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Aktuelle Alpinresultate werfen Frage auf, ob wir als Ex-Lehrmeister nicht von gestern sind

Was soll man dazu noch sagen? Da hilft kein Herumreden um den heißen Brei, weil die Taten, Daten und Fakten für sich und gegen Rotweioßrot sprechen. Österreichs Alpine erlebten am verlängerten Wochenende in St. Moritz und Val d´Isere mit einem Podestplatz von Ex-Mehrfach- Juniorenweltmeisterin Maghgie Egger und Miriam Puchner im Schatten des Vonn-Triumphes und einer Halbzeitführung von Stefan Brennsteiner am Face de Bellevarde eher ein mittleres Desaster. Anders kann man es nicht nennen, wenn uns eine Kiwi, nota bene eine Riesenslalomspezialistin, im Super G um die Ohren  fährt, gleich drei Briten von der Insel zumindest im ersten Slalom-Durchgang von Val d´Isere unter den Top 15 zu finden waren, ganz zu schweigen von den Ski-Elchen aus Norwegen mit Sieger Timon Haugan und „Podestler“ Henrik Kristoffersen, die uns auch dank Bullen-Energy mit geballter Kraft davonfahren. So gut der Saisonstart ausgeschaut hat, so ernüchternd war jetzt die Rückkehr auf den europäischen Schnee in den Alpen.

Ich bin kein Trainer, sondern nur ein kritischer Betrachter der Szene. Und wenn ich die Ergebnisse, auch und vor allem der Next Generation, als Spiegel der realen Kräfteverhältnisse ins Visier nehme, dann  muss ich zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass irgendwas falsch ist, ob Technik, ob Training, ob Kondition. Warum müssen wir, die einst so stolze, alles beherrschende Alpinnation, uns immer mehr auf die – pardon pour l´expression – alten Knacker mit 30 bis 35 Jahren verlassen, weil die jüngeren und jungen Semester nicht mehr in der Lage zu sein scheinen, den Anschluss an  die Weltspitze herzustellen. Wohin man schaut, keine Spur von Wunderwuzzis, männlich oder weiblich, wie wir sie über Jahrzehnte hinweg bewundern und bejubeln durften, von einer Generation zur nächsten, von Sailer über Schranz, Klammer, Maier, Eberharter, Hirscher und auch Doppelweltmeister Kriechmayr, bei den Damen von Hecher und Jahn über Pall bis zur unvergleichlichen Annemarie, von Petra Kronberger bis zu den Golden Girls Wachter, Meissnitzer, Dorfmeister und Marlies Raich-Schild. Wir schleppen dank des Rechners verloreneTalente weiter mit in der diffusen Hoffnung, sie würden irgendwann auftauen. 

Ja, wohin ist diese Herrlichkeit gekommen, besser gesagt: warum ist sie uns trotz des weltweit größten Alpinbudgets aller Mannschaften abhanden gekommen? Komme keiner und sage, dass dass mit Klimawandel zu tun habe, mit dem sich ja auch und vor allem die vermeintlich schwächeren Skinationen auseinandersetzen müssen. Komme schon eher eine(r), der/die sagt, dass es zum einen mit dem Export unserer besten Trainer und Tütftler ins Ausland zuu tun hat nach dem Motto: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land, zum anderen aber mit der schleichenden Wohlstandsverwahrlosung als Folge inzwischen verbühter Konkjunkturzeiten,  sprich: weniger Härte gegen sich selbst, weniger Selbstdidisziplin und viel zu früh für viel zu wenig  Leistung zu viel Förderungen oder Sponsorengeld für unausgereifte Starlets. Inzwischen hat sich ja längst herausgestellt,  zumindest was den ÖSV betrifft, dass der wenig selektive Europacup samt Siegen, Podest- und eroberten fixen Weltcup-Startplätzen kein Sprungbrett mehr zur Spitze ist.

Eher sollten Löufer gefördert werdebm die es mit höchsten Nummern schaffen, sich als Neulinge für ein 30er-Finale zu qualifizieren wie heute der Franzose Auguste Aulnette, der als allerletzter Läufer (68) gestartet war und auf Anhieb als Elfter, knapp hinter Marco Blacky Schwarz (8.), dem bestebn ÖSV-Star, an die Top 10 klopfte. Wer früh lernt, schwere Hürden zu meistern statt durch Arithmetik kins Nirwana aaufzusteigen, wird auch früher und schneller ans Ziel kommen. Und das scheinen unsere Alpingegner besser zu können als wir, ihre Lehrmeister von gestern, die vielleicht  allzu sehr in gestrigen Dimensionen und Strukturen denken…  

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