Federer-Heimat hin der her, Schweizer Franken hin oder her, das Turnier in Basel wurde heuer vom Erste Bnk Open 500 in Wien ausgestochen. Und nichts hätte das besser illustrieren können als der historische Dinnerstag, an dem sich in der Stadthalle am Vogelweidplatz der russische Hamburger Alexander Zverev als Endzwanziger selbst zur neuen Nummer 1 der Tenniswelt krönte, während in der St.-Jakobshalle der Schweizer Grenzstadt der bald 40-jährige Rekord-Grand-Slam-Sieger Noak Djokovic gegen den auch nicht mehr taufrischen Deutschen Jan Lennard Struff so etwas wie seinen Schwanengesang zwitscherte. Ja, ja, der der Zahn der Zeit nagt auch an einem Djoker, der in seinem Alter halt nur noch ausnahnsweise einen Joker ausspielen kann. Wie zuletzt in Peking. Die Halbwertzeiten llerdeings werden kürzer und kürzer.
Die emotional inszenierte Zverev-Krönung mit der ganzen Entourage auf der Wiener Bühne und das frühe Achtelfinal-Aus für Djokovic in Basel markierte zugleich den Anfang vom Ende der erfolgreichsten „Dreier-Koalition“ mit Federer und Nadal da, dem neuen Trio Zverev, Sinner, Alcaraz dort. Auch weder drei Spieler- und Siegertypen, die sich voneinander unterscheiden mit dem sanften Riesen, der notfalls uch die Zähne fletschen kann, dem spanischen Torero, der auch den stärksten Stier am liebsten bei den Hörnern packt, und das stille Wasser aus den Dolomiten, das ganz schön tief in die Schatzkiste greift, wenn es dazu fit und fähig genug ist.

Zusammen haben Alcaraz (23 Jahre, 7 Siege), Sinner (25, 5) und Zverev (29, 2) auch schon ganz schön viele Grand-Slam-Titel gewonnen, ob sie aber trotz ihrer teilweisen „Jugendlichkeit“ jemals das alte Dreigestirn Djokovic (24), Nadal (22) und Federer (20) mit 66 Siegen ein- oder gar überholen können, steht in den sternen – oder hängt davon ab, wie sich erstens die Next-Generation entwickelt, aber auch det Fortschritt sowohk in Trainingsmethoden als auch in der Materialentwicklung ebenso wie mit der Wahl an Belägen ausschaut.
Wien hat mit einigen dramatischen Marathonpartien gezeigt, wie sehr die Rahmenbedingungen mitentscheiden, wer woewie und warum letztlich das bessere Ende für sich hat. Wer weiß, ob Marathonmann Djokovic auf dem Wiener Hardcourt, der uns Sandplatz-Ballwechsel vom Feinsten servierte, nicht besser aufgehoben gewesen wäre als in Basel, wo ihn „Struffi“ abservierte. Schön, dass man über ungelegte Eier so schön spekulieren kann…