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Austrian Finals hin oder her – im Ösi-Schwimmsport regiert Etikettenschwindel

Am verlängerten Wochenende fanden in diversen (olympischen) Sportarten die Sport Austria Finals statt, eine österreichische Version von Olympia en Miniature. Selbstredend sind die Erfinder dieser Idee, voran der langjährige Burgenland-Capo und Ex-Regionalliga-Kicker (Frauenkirchen) Hans Niessl, mächtig stolz auf diese Finals, die mit Staatsmeisterschaften verbunden sind. Also machte er auch einen Hupfer in die  Wiener Stadthalle, wo die Schwimmer: Innen mit Titeln auch Limits aller Arten jagten, ob Paris-EM, ob EYOF (Casablanca) oder Junioren-EM (München). Wie viele Sportfans diesen  Wettkampf live verfolgt haben, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich aus gesundheitlichen Gründen fernbleiben musste. Wer aber die einzige Halle mit 50m-Pool und kleiner Tribüne kennt, der weiß auch, dass es da kaum Zuschauerrekorde geben kann…

Einerlei. Kommen wir lieber auf die sportliche Wertigkeit der Staatsmeisterschaften zu sprechen, die ja nicht gerade bombastisch ausfällt, weil es trotz einer Flut an schmeichelhaften Limits nur enen Rekord gab in einer Mixed-Staffel, einem Bewerb, den es erst gibt, seit ihn Gender-Wahnwitz erzwungen hat. Und im Gegensatz zu der vom Verband verbreiteten Doktrin, der unerwartet früh verstorbene Sportdirektor wäre DER Dynamo unseres Schwimmsports gewesen, regiert anhand der geschwommenen Zeiten velmehr das Motto:Vorwärts Kameraden, wir marschieren zurück!“

Das hat nichts mit persönlichen Ressentiments zu tun, sondern basiert auf unleugbaren Fakten, die eine klare Sprache sprechen. Mit ganz wenigen mehr oder weniger jungen Ausnahmen a la US-Export Luka Mladenovic, einer Afghanen-Tochter wie Nida Omid oder einem Christian Giefing, die die Regel bestätigen und Hoffnung für die Zukunft machen, können die Meister: Innen von heute den (echten) Champions von gestern und vorgestern nicht das Wasser reichen. Sie sind, nimmt man Mladenovic aus, noch weit entfernt von den Titeln, Medaillen und Zeiten, die die Golden Generation mit Markus  Rogan, Maxim Podoprigora,den Jukic-Geschwistern, Nadarajah und Co. bis zur nächsten stolzen  Brigade mit Felix Auböck, Simon Bucher und Berni Reitshammer, der allmählch dem Alter Tribut zollen muss, erreicht haben.

Kaum Meister: Innen der Sport Austria Finals, die so schnell waren wie ihre Vorgänger: Innen. Stattdessen wird Quantität statt Qualität bejubelt wie etwa beim deutsch-dänischen Girl Iris Julia Berger, Tochter eines Österreichers, die vor drei, vier Jahren noch für Nordrhein-Westfalen geschwommen ist und abgesehen von Starts für Österreich in Dänemark lebt, trainiert und einen Dänenklub verstärkt. Bei keinem ihren sieben Siege in sieben Starts hat sie alte Rekorde gelöscht und es bleibt  abzuwarten, ob die körperliche Größe Berger (1,88m) bei  einer EM das eine oder andere Finale erreicht, was im übrigen vor nicht weniger als 35 Jahren schon der Feldbacherin Judith Draxler-Hutter über 100m Kraul bei der Athen-EM gelungen war. Und bei den 200m-Schmetterlingen von heute muss man noch weiter bis zur Limitjagd für Olympia 88 in Seoul zurückblättern, um festzustellen, dass die damalige Nr. 1, der Salzburger Leitner, schon näher der Zweiminutengrenze war als der Meister 2026. Davon, wie weit im Zeiten des globalen Fortschritts mit gebrochenen Traumgrenzen unsere aktuelle Spitze von Rogan und Jukic-Duo entfernt ist, ganz zu schweigen. Man muss sich nur die Mühe nehmen, das zu prüfen, um zu konstatieren, dass geschönte Infos an der Grenze zu PR-Lügen kurze Beine haben.

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