Bevor es morgen richtig los geht, gab es heute die Eröffnungsfeier im San Siro-Stsdion zu Mailand,wobei die mehr oder weniger entfernten Schauplätze per Video zugeschaltet wurden. Ehrlich gesagt hab‘ ich solch eine Zeremonie nicht einmal vor Sommerspielen, wo auch immer sie stattfanden, jemals erlebt. Bombastisch. Show as Show can in Abwandlung eines Sprichwortes. Wen diese Form von Gala mehr interessiert als die immer größere Vielfalt der Sportbewerbe, dem muss das Herz im Leibe gelacht haben. Es wurde im stets defizitären Staate Italia nicht gekleckert, sondern geklotzt, was (kulturelle) Weltstars betraf: Marya Carey, Andrea Bocelli, Lang-Lang am Piano zur olympischen Hymne und Flagge, dazu zahlreiche italienische Größen der Komposition, der Musik, des Gesangs, des Balletts und der Choreographie. Ja, Show-Herzerl, was willst du mehr als diese geradezu un-italienische Perfektion? Was sie gekostet hat, will ich gar nicht wissen. Wüssten es viele Sportler: Innen, die sich Olympia und die Qualifikation vom Mund absparen müssen, dann…
Lassen wir solche Spekulationen, die manch einem/er womöglich ans Herz gehen könnten. Ein Stichwort. Ging’s Ihnen, geneigte Blog-Leser, falls sie die Eröffnung verfolgt haben, ans Herz? Mir jedenfalls bei weitem nicht so, wie anno 1996 in Atlanta, als der damals schon zittrige, gezeichnete Muhammad Ali unter Aufbietung all seiner Kräfte das olympische Feuer auf einer riesigen Leiter steigend hoch oben entzündet hatte. Damals dachte man, mehr Hauch an Hollywood und Herz-Schmer(l)z würde es oiympisch kaum mehr geben. So kann man sich irren. Auch punkto Bella Italia.
Ich muss jetzt, auch wenn es dem einen oder anderen nicht gefällt, der Bach-Nachfolgerin als erste IOC-Präsidentin meinen Respekt zollen und Abbitte leisten. Als zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin versuchte Kirsty Coventry, Weiße aus Schwarzafrika, auch bei den Athleten in San Siro das olympische Feuer zu entfachen, musste aber die Rede vewusst mehrmals stoppen, um Applaus zu heiscrn. Dabei hatte sie als Ex- Sportlerlerin ans Sportler: Innen-Herz appelliert. Eben dieses ging zumindest bei mir auch dann nicht wirklich auf, als mein alter Kumpel Alberto Tomba la Bomba mit seiner Gold-Kollegin Debbie Compagnoni-Benetton am Friedensbogen in Mailand zum Himmel und Leobardo da Vinci schwebend das olympische Feuer entzündete. Dem güldenen Scherzkeks, Slalom-Star und Showman i. R., bei dem es immer menschelte, kam – Himmel Herrgott – vor lauter Ehrfurcht in Perfektion nicht einmal ein Lächeln aus. Gut,dass die Medaillenkämpfe beginnen auf der Bühne für die Wintersportler: Innen…
