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Daviscup gegen Belgien oder: Sandkastenspiel als Momentaufnahme

Nach 18 Jahren ist´s so weit. Der Daviscup ist zurück in Wien. Nicht mehr im Dusika-Stadion, inzwischen geschleift, wie anno 2008 mit dem Aus gegen die USA mit der Startruppe Roddick, Blake und den Bryan-Brothers. Damals hatte Jürgen Melzer gegen Roddick erst im 5. Satz verloren. Diesmal lenkt er in der Doppelrolle als Sportdirektor und Daviscup-Captain die Geschicke seines Teams gegen Belgien, das auf seinen geschlauchten Star Alexander Blockx, Überraschungs-Viertelfinalist der US-Open, ebenso verzichten muss wie auf die Nr. 3, Raphael Collignon.

Dazu sei  angemerkt, dass Hardcourt in New York was ganz anderes ist als ein eigens aufwendig gebauter Sandkasten auf der Anlage des traditionsreichen WAC im Prater, der nach dem Fußballtod ein mehr als kräftiges Lebenszeichen im Tennis gibt. Nicht nur mit den Montagsrunden, in denen alte Fußallgrößen wie Hasil, Prohaska, Starek und Konsorten mit Tennislegenden von einst wie Kary die Bälle wechseln.

Zu Kary sei noch gesagt, dass er in drei Jahrzehnten (60er, 70er, 80er) für Österreich im Daviscup gespielt und von 61 Partien immerhin 33  Matches gewonnen hat, darunter gegen Stars wie Jauffret, Kuhnke, Parun, Fairlie und andere mehr. Und einst, als die feindlichen Brüder Muster und Skoff etwa gegen Deutschland in Unterpremstätten ein Team bildeten, sich von Kärntner zu Kärntner um den viel zu früh verstorbenen, schwierigen Horsti kümmern musste.

Geschichten von gestern, in denen es allerdings, auch das sei gesagt, unter altem Daviscup-Modus schwieriger war, Geschichte zu schreiben. Wenn Melzer sagt, alles sei angerichtet, dass im Prater sozusagen wieder die Bäume blühen, dann bezieht sich das im doppelten Sinn der Worte auf den Sandkasten ebeno wie auf die objektiv erleichterten Aufgaben gegen ersatzgeschwächte Belgier.

Die e/motion-Gruppe um Organisator Herwig Straka hat alle Voraussetzugen geschaffen, damit Emotionen vom Platz auf das Publikum und vice versa überspringen können. Und dort, wo einst über Tore gejubelt wurde, die Epigonen von Kary, Feigl, Muster, Skoff bis Melzer für tolle Punkte gefeiert werden. Jetzt liegt´s an Rodionov und Co. über sich und dürftige Tour-Bilanz hinauszuwachsen, um in einer Vorjahrs-Neuauflage das Final 8 in Bologna zu erreichen. Es wäre totzdem eine Momentaufnahe, die uns keinen Sand in die Augen streuen darf…

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