Don Didi sei gedankt, lieber auf einer Hochzeit zu tanzen statt zwischen zwei Stühlen zu landen
Josef Metzger
Lehrgeld bezahlt, aus Lektionen so viel gelernt, um jetzt selber ebensolche erteilen zu können. Don Didi, dem Kühbauer, sei nach einem Schützenfest vom Feinsten nicht nur vom LASK gedankt, sondern auch vom ganzen Fußball-Lande, dass er mit der Linzer Truppe, einer gelungenen Mischung aus Österreichern und Legionären, den Beweis liefert, dass heimische Klubs nicht immer Schießbuden sein müssen.
Der LASK hat es an einem denkwürdigen Abend bewiesen, beim 4:0 gegen den slowakischen Serienmeister Slovan Bratislava dieses Vorurteil nach ersten haushoch verlorenen Champions- und Europa-League-Spielen seines und aller heimischen Klubs mit zwei historischen Siegen korrigiert – nach dem ersten in der Königsklasse auswärts in Lissabon, jetzt mit dem ersten Heim-Triumph, der viel höher hätte ausfallen können/müssen. Einziges Manko an einem sonst makellosen Abend, der es mit weiteren 2,1 Millionen Euro an Uefa-Siegesprämie in der Kassa klingeln ließ, aber auch wichtige Punkte im Ranking um Europacup-Startplätze bedeutete.
Warum, so werden manche fragen, kann der LASK nicht immer so gut spielen oder so spektakuläre Tore schießen wie der US-Amerikaner Adeniran, der den Vorzug vor Teamstürmer Kalajdzic erhalten hatte. beim 4:0? Da muss man nur über die nahe Grenze blicken, um vom FC Bayern die Antwort zu erhalten: Doppelbelastung, so lautet sie, denn auch das Münchener Star-Ensemble hat in der deutschen Bundesliga gegen vermeintlich weit schwächere Vereine zwar noch nicht verloren wie unser Double-Sieger, aber doch einige Federn lassen müssen. Und das, Verletzungen hin oder her, mit einem noch weit größeren, qualitativ besseren Kader.
Wer dann und dort, wo es nicht um die Wurst geht, sondern sich um Millionen dreht, sowohl körperlich als auch mental an seine Grenzen stößt, kann das mit einem vergleichsweise kleineren Reservoir an Spielern mit internationaler Erfahrunng oder Klasse halt nicht zweimal die Woche abliefern. Eben darum gilt es für einen Klub wie den LASK, sich in seiner aktuellen Zielsetzung auf Prioritäten zu konzentrieren, die mit Millionen an Prämien und wichtigen Punkten honoriert werden. Don Didi, dem Kühbauer, sei´s gedankt, dass er erkannt hat, dass es besser ist, auf einer schönen Hochzeit zu tanzen statt sich zwischen zwei Stühle zu setzen. ..