Website-Icon Metzger.Live

Ein Rossi muss eben doch nicht immer allein kommen

nhl

Rossi, Rossi, Rossi! Der Name, der in den vergangenen Tagen und Wochen in zahlreichen heimischen Medien umgegangen und herumgereicht worden war, hatte allerdings nichts mit der zuletzt so sturzanfälligen Motorrad-Ikone zu tun, die in die 40er-Jahre gekommen ist. Nein, nein, er gehört einem heimischen Eishockey-Teenager, Vorname Marco, aus Feldkirch, der schon in einer unteren Liga in Kanada gespielt hat und vor kurzem beim NHL-Draft als Nr. 9 von den Minnesota Wilds engagiert wurde, Grundgehalt eine knappe Million Dollar im Jahr., n icht schlecht für einen so jungen Burschen from Austria.

Also wieder einer, der offensichtlich dereinst auf den Spuren eines Thomas Vanek wandeln könnte, der vor allem in seinen Anfangsjahren bei den Buffalo Sabres zu einem Topscorer und Topstar aufgestiegen war. Noch aber hat Rossi außer Vorschüssen und Zusicherung von Talent nichts gewonnen. Nichtsdestotrotz wird der 19-jährige hierzulande allenthalben medial schon als fixe Mittelstürmer-Größe und Torjäger-Nummer verkauft, ohne dass der Vorarlberger selbst wüsste, ob ihn die Wilden aus Minnesota beim mittlerweile auf Anfang Jänner verschobenen NHL-Saisonstart überhaupt einsetzen oder aber zum Sammeln von Erfahrungen bei einem sogenannten Farm-Klub, wenn nicht in Europa beim Zürcher Schlittschuh-Club Lions parken – vorausgesetzt, es ist erlaubt. Wie nämlich bei solchen (Trans-)Aktionen die Regeln sind und das Netz der NHL-Paragrafen, das gleicht einer kleinen Sport-Wissenschaft, ist also was für Insider.  Abwarten, Tee trinken.

Ob man dem Starlet was Gutes tut, wenn man schon jetzt eine Star-Mania inszeniert, das sei dahingestellt. Nicht immer, aber oft genug haben Lobeshymnen über Vorgänger warnend gezeigt, dass der Floh im Ohr vor allem jungen und nicht nur Eishockey-Sportlern leicht den Kopf verdreht – und sie dann weder Senkrechtstarter noch Himmelstürmer werden, weil die zweite Rakete nicht so zündet wie auf Basis von Spekulationen hochgerechnet. Natürlich wünscht man Marco Rossi nur das Allerbeste auf dem Weg zur NHL-Spitze mit den Minnesota Wilds, die auf ihn in Zukunft bauen, obschon sie mit Österreichern, sprich: dem  in die Jahre gekommenen Thomas Vanek, einst nicht die besten Erfahrungen gemacht und ihm als teuren Unruheherd im Team nach einem Jahr den Laufpass gegeben haben. Umso schöner wär´s für Draft-Marco und Rotweißrot, würde aus dem Feldkirch-Teenager in Nordamerika ein Rossi schlüpfen, den die Sportfans so schätzen wie den 40-Jährigen, neunfachen Zweirad-Weltmeister, ohne ihn mit diesem zu verwechseln. Ein Rossi muss eben doch nicht immer allein kommen…

Die mobile Version verlassen