Website-Icon Metzger.Live

Einmal andersrum am Ball der Bälle, der mit Hochkultur anfing und als Soap Opera endete

Da ich nicht nur ein Sportfan oder gar Einbahn-Sporttrottel bin, sondern auch ein politisch interessierter Mensch, der viel Auf und Ab in diesem schönen Lamd erlebt hat, muss ich auch ein paar Gedanken zum gestrigen Opernball los werden, für den ich mich mit Frau Judit vor dem Bildschirm als TV-Zaungast nicht unfern vom Geschehen in Schale geworfen hab (Foto Mariella M.). In einer der boulevardesken Gratiszeitungen von „Heute“ springt einem der Cover-Titel Glamour, Glanz und Klunker ins Auge, was inm jedem Fall mit dem dritten Schlag- oder Knallwort seine Richtigkeit hat. Im gleichen Maße, in dem das meinst steinreiche Österreich sich selbst  zu den EU-Nachzüglern ab gewkirtschaftet hat, in der mgleichen Dimension droht  der Opernball abseits von der tHochkuktur-Ouverture mit Tanz und Gesang zum hochkarätigen Gschnas oder Karneval abzugleiten, was ja einer der Herren mit einer Narrenkappe am Parkett ebenso zur Schau trug wie etwa der vom deutschen Fernsehen zur que (e)ren Kultfigur stilisierte Mode- und sonstige Schöpfer Glöööckler.

Gut und schön, etwas tränenreich und auch ein klitzekleines bisserl zickig, ganz nach Basic Instinct, gab der nicht mehr ganz taufrische, aber gut erhaltene,  ach kurzer Hotel-Sacher-Flucht ein   zweites Mal herausgeputzte Hollywood-Altstar Sharon Stone dem knolligen ORF-Andi ein halbherziges Interview, belohnt mit Guschlbauer-Schoko, während sich die andere US-Filmdiva, Fran Drescher, aus der Lugner-Loge aufs Parkett wagte, um in der Menge für sie unbekannter Lemminge zu tanzen. Glanz, Glamour und Klunker beim Schaulaufen selbst ernannter oder medial erklärter Stars, die bestenfalls TV-Starlets sind wie die Dschungelqueen mit Botox-Lippen oder die in bester Guten-Morgen-Freundschaft gepushte, berufsjugendliche und neuerdings wieder verliebte Modetante Martina Reuter, eine der Weltmeiusterinnen in Eigenvernarktung.

Aber es ist nicht nur Soap-Opera angesagt. Nicht verhehlen möchte ich, dass auch in besseren Republikzeiten nicht PR-Könige, sondern echte Monarchen, Kaiser und Könige, Präsidenten und Regierungschefs, Industriellen-Größen und mitunter auch noch andere, größere Sport-Granden außer Schneckerl P. mit der Tochter seiner Ex-Operntänzerin-Tochter in den besten Logen saßen. Jetzt zeigt die Frau unseres betagten Staatsberhaupts, die einst Steine auf den Opernball geworfen hat, in der Präsidentenloge auf den oder jene,  vor allem  auf jene linksgrüne Bänkerstochter, die ihr weißes Abendkleid mit roter Aufschrift, wsas sonst, bekleckert hat: Tax the rkich, save the Climate namens Schiling, über die schweren Herzens und noch schwerer Zunge jener TV-Kommentator berichten muss, dessen (im Gegensatz zu Deutschland verbotener) Adelstitel Hohenlohe-Schillingfürst lautet.

Nicht ganz so billig dafür dezent dekorativer trug auch die NATO-Beate, also Außenministerin Meinl-Reisinger, ihre politische Tendenz mit einer blauen EU-Robe samt Sternchen zur Neos-tradamus-Schau, untermalt mit der stolzen Botschaft, zwei besonders hochkarätige  Amtskolleginnen zur eher operettenhaften Seite zu haben – eine von den Philippinen quasi als Dank, dass sie  das Gesundheitssystem entlasten, und die andere aus Albanien, das ja punkto Korruption in eimem Atemzug mit ihrer Lieblingsdestination genannt wird.

Weil Vizekanzler Babler in einer seiner vielen Funktionen nicht nur für Körper-, sondern generell für Kultur zuständig ist, war er für diese Premiere, Seite an Seite mit einem Behinerten, aus dem Alltgsgewand als dunkelroter Panther in einen schwarzen Frack geschlüpft, der seinen Aufstieg vom Mechanikerlehrling zum Polit-Capo dokumentiert. Am Ende des Tages und nicht der Nacht wollte  Babler auf jeden Fall den Ball neben der Oper beim Würstelstand beenden.

Dort, wo der knollige Andi das p. t. Publikum schon eingangs auf das aufwändige Schaulaufen vor allem von C- und D-Promis einzustimmen versucht hat. Ab er wer im Porzellanladen sitzt, wird keine Steine werfen. Das wär´s vom großen Opernball, den der Autor im kleinen, häuslichen Rahmen im Smoking statt Frack und alkoholfreien Sekt statt Schampus verfolgt und davon genug gesehen hat,  um sich wieder dem immer goldigeren olympischen Kern der Sache zu widmen …

 

 

Die mobile Version verlassen