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Es schreit wieder nach Kräftekonzentration statt Schulterklopfen

Auch wenn der heimische Fußball bei der Lotterien-Sporthilfe-Gala mit Prohaska, Kühbauer, Kalajdzic und LASK ganz schön dominant war in der Stadthalle und am Bildschirm – wo er international steht, das wurde ihm  vortags und zur gleichen Uhrzeit wie zu jener der Show brutal vor Augen geführt. Mit Beckmesserei oder gar Nestbeschmutzen mitten in so schönen Feiern, Selbstbeweihhräucherung inklusive, hat das nichts zu tun, wenn die ernüchternden Resultate – 3 Spiele. 3 Niederlagen, 3:13 Tore – zwangsläufig in offenen Wunden wühlen. Millionenliga ade, Dorfliga hurra.
In Österreichs Fußball wiederholt sich, wenn man in der Erinnerung kramt, was sich Anfang der 70er-Jahre, also vor mehr als einem halben Jahrhundert, so ähnlich abgespielt hat. Allerdings mit dem kleinen, feinen Unterschied, dass die Nationalelf nur selten auf die besten, damals noch wenigen gefragten Legionäre zurückgreifen konnte, weil deren Freigabe von der Gunst ihrer Klubs/Trainer abhängig war – ein Umstand, weshalb etwa Franz Hasil, Welt- und Europacupsieger mit Feyenoord, nur selten im Team spielte, weil sein Wiener Trainer-Guru Happel klarstellte: „Wo verdienst dei Gage und Geld – bei uns oder beim ÖFB?“
Auch der Klubfußball spielte nur noch eine untergeordnete Rolle, nicht anders als aktuell. Nach den Klatschen in Wembley (0:7) und Hannover (0:4) wusste der damaliga Fußballpräsident Heinz Gerö, was es geschlagen hatte – und setzte mit Hilfe von Krone-Kuhn und Die-Presse-Zimmer samt unterstützenden Kollegen eine Reform mit einer 10er-Liga durch, sprich Konzentration der Kräfte in einem kleinen Land mit langer Fußballtradition. Wie (gut) das endete, ist auch Geschichte, gekrönt durch Cordoba, Krankl-Tore und zwei WM-Qualifikationen in Folge ebenso wie den ersten Europacup-Endspielen (Austria, Rapid) mit einer tollen Erfolgsgeneration. Geballte Stärke statt zersplitterter Kräfte.
Wohin unser Fussball mit Kleinststadtklubs rollt, die eigentlich Ausbildungs- und Zuliefervereine für Landeshauptstadt- und Traditionsverein sein sollten, das dokumentiert sich ja in der Talfahrt in den dreiklassigen Europacups. Allein der Freitagabend sollte ein Signal sein, wonach auch die Jahrelang vom heimischen Toplevel ausgegrenzten, susgehungerten Fans lechzen. Der Neuauflage des alten Westschlagers in der zweiten und nicht ersten Liga, also Wacker Innsbruck gegen Austria Salzburg, ehemaligen Europacupfightern, rannten mehr als 16.000 Fans dem Tivoli-Stadion die Türen ein, während der ungeliebte Erstliga-Kleinhäusler WSG Wattens (Swarovski) vor leeren Rängen, fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, seine Heimspiele bestreitet. Höchste Zeit, dass den Entscheidungsträgern ein Licht aufgeht. Und dass man sich nicht beim ÖFB gegenseitig auf die Schultern klopft, wie toll wir nicht sind -auch dank Wunderwuzzi Rangnick -, sondern mit der Bundesliga und Sponsoren zusammensetzt, wie man die Schlagkraft der Profiligen steigern kann, aufdass wir wieder mitmischen können statt zu Kanonenfutter zu schrumpfen. Und das waren wir ohne SSchönfärberei ja eh schon zuletzt…
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