Was niemand angesichts der erdrückenden Dominanz des vermeintlich unfehlbaren, unantastbaren E. T erwartet hätte, ist heute eingetroffen. Der viermalige Tour- und mehrfache Klassiker-Sieger, der Weltneister und siegeshungrig-unersättliche Kannibale Tadej Pogacar ist bei der Vuelta a Espana, bei der er nur einmal gestartet und Dritter geworden war, als Führender nach einem fatalen Sturz ausgeschieden! Er wollte zunächst wie Kannibaken der in de Sattel steigen, überlegte es sich aber schmerzgeplagt, um aufzugeben wie vor einigen Wochen sein ebenfalls gestürzter dänischer Erzrivale Jonas Vingegaard, den es mit einem Schlüsselbeinbruch ärger als den Kanibalen erwischt hatte.

Alle Pogacar-Gegner, die schon gedacht hatten, sie würden nur um den zweiten Platz rittern, sind im Handumdrehe auf einmal Topkandidaten auf einen Grand-Tour-Sieg, darunter der Osttiroler Felix Gall, der jetzt wie schon im Giro d´Italia als erster Verfolger des spanischen Lokalmatadors Enric Mas auf Platz zwei rangiert. Jetzt st die große Frage, die sich stellt: Wie wird´s Gall anlegen, dass er als Glücksritter Felix, nomen est omen, womöglich vor dem Wechsel zu Lidl Trek dem Decathlon-Team zum krönenden Abschied einen Triumph im dritten, aber durch Hitze und Berge vielleicht schwersten Rundfahrtklassiker schenkt? Die Frage in der Frage dazu aber lautet auch noch: Kann Gall dem anderen schon viermal in der Vuelta siegreichen Slowenen Roglic, einst (Team)-JuniorenweltmeIster im Skispringen, in den kommenden Bergetappen so viel Zeit abehmen, um damit seie Defizite im Zeitfahren, das auf 37km auf ihn zukommt, zu kompensieren?
Wie der fatale Ausfall von Pogacar gezeigt hat, ist das alles reine Spekulation in der Hoffnung, dass sie so zur Realität wird wie der aktuelle Top-10-Platz seies djutante Gregor Mühlberger am Ende der Spanien-Rundfahrt. Wahr hingegen ist, dass sich das kleine Österreich dank einiger Ausnahme-Radler: Innen zu einer Großmacht entwickelt hat, die auf diversen Ebenen zuschlägt. Wie durch die Mountainbike-Short-Track-Weltmeisterin Laura Stigger aus Tirol, der heute die Saalbacherin Valentina Höll, die sich schon das fünfte Mal das Regenbogentrikot im atemberaubenden Mountainbike-Downhill überstreifen durfte. Da können uns die weit größeren, großteils mit Bullen-Energie versorgten deutschen Brüder und Schwestern nicht das Wasser reichen. Vielleicht sollten heimische Sportler: Innen bei ihnen Anleihen nehmen statt auf sie vorwurfsvoll mit dem Finger zu zeigen. Schließlich gibt´s , siehe Pogacar, doch keine Unfehlbaren und Unschlagbaren.