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FC Wacker Innsbruck oder eine Vereinsführung mit Selbstvernichtungstrieb

Es gibt wenige ehemalige Meisterklubs und Spitzenvereine, die einen derartigen Selbstzerstörungstrieb besitzen wie der FC Wacker Innsbruck. Ja, da würden Leopold Stastny, der glücklos verhinderte Meistermacher, und der ehemalige Schuldirektor Steinlechner, unter dem die Tiroler die größten Erfolge gefeiert hatten, große Augen machen, hätten sie es mitbekommen. Ganz zu schweigen vom Dengg Franz, dem Zillertaler Platzhirschen, in dessen Stiegl-Bräu einst so viel über Spiele, Spieler und Trainer debattiert wurde.

Leider ist´s ja nicht das erste Mal, dass die Insolvenz beim Traditions- und Tiroler Identifikationsklub im Raume steht, aber wer die Dinge seit Monaten oder fast schon Jahren verfolgt, für den ist der drohende Millionenkonkurs des schon seit langem in die zweite Etage abgerutschten, mehrfachen Fu0ballmeisters alles, nur keine Überraschung. Der FC Wacker scheint sich darauf spezialisiert zu haben, statt den Wiederaufstieg mit neuem Aufschwung zu erzwingen, von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten.

Was, bitt´ vielmals, ist denn das für eine Klubführung, die dann, wenn sie sich nach zähem Ringen auch mit sich vom ersten deutschen Pseudo-Investor trennt, um mit Knall und Fall dem nächsten deutschen Rosstäuscher mit verlängerten Tiroler oder Innsbrucker Armen auf den Leim zu gehen. Was ist das für eine Klubführung, womit in diesem Falle nicht nur der präsidiale Freund des offenbar Doch-nicht-Geldgebers gemeint ist, sondern auch der langjährige Geschäftsführer Alfred Hörtnagl, einst Nationalspieler, später auch zu vernachlässigender Rapid-Sportchef, dessen Einkäufe das Budget belasteten, ohne das Punktekonto zu steigern….

Langzeit-Geschäftsführer und Klub-Ikone Ali Hörtnagl hat das sinkende Wacker-Schifflein inzwischen verlassen.

Wie dumm oder zumindest naiv, wenn nicht viel schlimmer, also aus ganz anderen Beweg- und Hintergründen, müssen in der heutigen Zeit des teuren Profifußballs solche Entscheidungsträger sein, wenn sie letztlich leeren Verspechen selbsternannter Wirtschafts-Kapazunder aufsitzen? Gutgläubigkeit ist alles, nur keine Entschuldigung, dass hier mit höchster, verdammenswerter Fahrlässigkeit ein Traditionsverein mit nicht nur, aber vor allem ruhmreicher Vergangenheit womöglich endgültig in den Ruin getrieben wird.

Ob dahinter auch noch anderes Kalkül steckt, dass halt zwei Tiroler Vereine, die keine 20 Kilometer auseinanderliegen, um einen zu viel sind auf so engen Raum? Gut möglich und zumindest nicht ausgeschlossen. So falsch werde ich mit meiner Annahme kaum liegen, dass sich die WSG Swarovski Wattens Tirol und der einst vom Swarovski-Boss Gernot Langes finanzierte, damals mit Stars a la Hansi Müller, Nestor Gorosito etc. und Startrainer Happel gespickte FC Wacker auch konkurrenzieren, ja gegenseitig wegnehmen, was Sponsoren und Förderungen betrifft.

Wo aber provinzieller Kantönligeist regiert, dort ist die Vernunft ziemlich oft ausgeschaltet. Und statt klarem Kopf und kühlen Blutes bestimmt dann meist Panik das Gesetz des (Ver)Handel(n)s bestimmt, dort muss dann ein einst so erfolgreicher Verein den Preis dafür teuer bezahlen. Wenn kein Winder passiert, dann ist für den verpfuschten FC Wacker Innsbruck offenbar Hopfen und Malz verloren.

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