
Damit hat sich Johan Eliasch selbst als Märchenonkel bestätigt, der seit seiner umstrittenen Wahl vor fünf Jahren allen Mitgliedern das Blaue vom Himmel versprochen, aber so gut wie nichts davon gehalten hat. Ganz im Gegenteil wird dem Autokraten vorgeworfen, die FIS mit seiner Misswirtschaft um nicht weniger als ein Drittel ihres Bank-Vermögens genracht zu haben, nur noch um die 42 Millionen statt vordem noch etwa 131. Wohin sich diese enorme Differenzsummer vertschüsst hat, darüber wurde bisher vom ehrenwerten Präsidenten keine Auskunft erteilt, da er offensichtlich und unverblümt dem royalen Prinzip von Louis XIV. folgt, das das lautete. Le roi, ce moi – der (Sonnen) König bin ich.
Die Folgen dieser egomanischen Eitelkeit bezahlte dann einer seiner Nachfolger, Louis XVI. samt Gemahlin Maria Antoinette, die im Laufe der französischen Revolution einen Kopf kürzer gemacht wurden. Diesmal geht´s nicht um Leben und Tod, aber um den Dickschädel eines eitlen Skipräsidenten, der dem Sport in seiner Regentschaft bisher mehr geschadet statt als Milliardär oder gar um Fortschritte bemühter, idealistischer Sponsor genützt hat. Unter den vielen Gegnern, die schon seit langem zu Eliasch in Opposition gegangen waren, gehört auch der ÖSV mit seinem allerdings im Status abeundi befindlichen Generalsekretär Christian Scherer, der ja demnächst in die Pribatwirtschaft nach Südtirol wechselt.
Ob einer, der geht, der richtige Mann bzw. die richtige Person am rechten Platz ist, lautstark den Abgang bzw. die Abwahl von Eliasch zu fordern, ist ein anderes Kapitel. Wenn´s um einen Präsidenten geht, dann sollte es nämlich eine Pflichtaufgabe für Gleichrangige sein, in diesem Fall unserer Präsidentin Roswitha Stadlober, sich aus der Deckung zu wagen, um Tacheles zu reden statt zuzuwarten, unter welch Führung immer man im Winter zu seltener gewordenen Erfolgen man applaudieren kann oder sich – Hand vors Gesicht – genieren muss.
Dann nämlich, wenn´s für die entthronte Skination Nr. 1 so schlecht läuft wie meist in der Olympiasaison, in der es in Cortina und Bormio nur zwei Einzelmedaillen (Silber, Bronze) bei den Alpinen gab abgesehen von einer lächerlichen aus Gold in einem Rennen für zwei, das so entdeckt wurde wie die künstliche Intelligenz, die aktuell ja mehr der Genhirnwäsche von immerzu Fortschrittsgläubigen dient als selbst so fortgeschritten zu sein, wie man es uns eintrichtert. Der Hausverstand hingegen müsste am 11. Juni in Belgrad bei der FIS-Präsidenteneahl sagen, dass die Uhr für Johan Eliasch abgelaufen ist, ob Schwede, ob Brite, ob Homoris Causa veredelter Neo-Georgier, auf dessen (Nicht-)Handlungsweise, wenn nicht Amtsschädigung, ein Wort zutrifft: Chuzpe!