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Golf-Sensation hat rot-weiß-rote Wurzeln

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Sophia Popov, wer? Selbst vermeintliche Sport-Insider hätten, wenn sie nicht gerade Golf-Freaks sind, wohl kaum etwas mit dieser jungen Dame angefangen, die im Schatten des Champions-League-Finales sensationell den British-Open-Klassiker gewonnen und dabei fast 700.000 Dollar gecasht hat. Da wir uns als gelernte Österreicher zumindest bei leisen Hinweisen gerne mit nicht ganz fremden Federn schmücken, ist´s eigentlich fast schon ein halbes Wunder, dass uns die Frau Sopherl sozusagen durch die Lappen gegangen oder, wie man neuerdings sagt, noch nicht oder besser nicht mehr am Radar zu sehen gewesen ist.

Dabei ist´s nur ein Dutzend Jahre her, dass der damals 14-jährige Teenager mit bulgarischem Namen, US-amerikanischer Geburt, deutschem Heimatklub (St. Leon-Rot) als deutscher Jugend-Star auch ein Thema für Golf in Rotweißrot gewesen war! Warum und wieso, bitt´ schön? Ganz einfach deshalb, weil die spätere deutsche Amateur-Europameisterin Sophia Popov angesichts ihrer österreichischen Großeltern damals sogar kurzfristig damit spekuliert hatte, einen österreichischen Pass zu beantragen – und für Österreich abzuschlagen!

Daraus ist leider nichts geworden, weil sich niemand wirklich darum kümmerte – aus Sophia Popow aber statt einer möglichen rotweißroten Größe die allererste deutsche Major-Siegerin, also eine historische Figur, was den Golfsport betrifft. Das erinnert unsereins so nebenbei daran, dass wir in den Auslaufzeiten von Muster, Skoff, Schaller, Antonitsch und den Kinderschuhjahren von Hipfl, Trimmel, Koubek, Melzer in den 90er Jahren geradezu großzügig darauf verzichtet hatten, uns das hochgelobte bis hochgejubelte deutsche Ausnahmetalent Tommy Haas einzuverleiben, den Sohn eines Grazers, der dafür natürlich gewisse Fo(ö)rderungen gestellt hatte. Jener Tommy Haas, der es dann sogar bis zur Nummer 2 der Welt gebracht hat, ehe Verletzungen seinen Höhenflug einbremsten.

Ja, ausgerechnet wir, die Ösis, die zu den größten Einbürgerungskünstlern des Sports zählten, haben mitunter auf das Gute bis Beste, das so nah, großherzig bis hochmütig verzichtet, um uns allenthalben bei manch schlechteren Neo-Österreichern dann und wann einen Schiefer einzutreten. Ironie des österreichischen Schicksals, so würden es Sarkasten nennen. Irren ist halt menschlich. Und nicht nur oben genannte, sondern andere, oft viel folgenschwerere Irrtümer im heimischen Sport gibt´s schließlich darum immer mehr, weil immer öfter sogenannte Quereinsteiger voll selbstbewusster Überzeugung falsche Richtungen einschlagen. – oder zur richtigen Zeit am falschen Platz sind. Und dabei zwangsweise ins Fettnäpfchen treten …

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