Metzger.Live

Große unter sich und Infantinos Traum, mit noch mehr Teams noch mehr Geld zu scheffeln

Es wäre zu schön für die Fußball-affinen Sozialromantiker gewesen, hätte sich der mit Haaland und Konsorten zum Giganten gewachsene Außenseiter Norwegen mit seinen tolle Fans ins WM-Semifinale gerudert. Da beim 2:1 der Engländer in einem von zumindest fragwürdigen, wenn nicht fehlerhaften Entscheidungen beeinflussten Duell beide Teams gleichermaßen vom französischen Referee benachteiligt wurden, entschieden weder die medial aufgemotzten Torjäger Erling Braut Haaland da noch Harry Kane dort, sondern Real-Madrid-Jungstar Jude Bellingham mit seinen zwei Toren das Match zugunsten der Briten.

Und da auch der Titelverteidiger Argentinien den anderen „Kleinen“, nämlich unseren Neidgenossen Schweiz, in deren erstem Viertelfinale seit 1954 (5:7 gegen Österreich) nach einer mehr als umstrittenen gelbroten Karte in der Verlängerung in Überzahl auch ohne Messi-Tor mit 3:1 ausschaltete, bleibt eine Faustregel in Kraft: Anders als bei einer EM (Dänemaerk, Griechenland) gewinnen bei einer WM immer  nur die Großmächte des Fußballs, die jetzt auch bei der verwässerten  XXL-Endrunde im Quartett unter sich sind mit Messi und den Gauchos, mit Europameister Spanien, Vizeweltmeister Frankreich und England,  das 60 Jahre nach dem Wembley-Goal gegen Deutschland den Pokal ins Mutterland des Fußballs zurückholen will. Und das erstmals mit einem Auslandstrainer, noch dazu einem Deutschen wie dem Zankapfel Thomas Tuchel, der aber seine Vorstellungen rigoros durchgezogen hat zum Leidwesen einiger Stars, auf die er zugunsten einer Harmonie rund um Captain Kane, begleitet von medialer Kritik, verzichtete.

Das ist, wie immer man´s nimmt, die sportliche Seite dieser aufgeblasenen WM-Endrunde mit 48 Teams, die noch so klein sein konnten, aber die großen Stadien kn den drei Veranstalterländern allen Unkenrufen zum Trotz randvoll füllten. Und da ja, wie der Volksmund sagt, mit dem Essen der Appetit kommt, schließt unser aller FIFA:Kommerzfreund Infantino eine neuerliche Erweiterung der WM-Endrunde auf womöglich 64 Teams nicht aus. Ob diese WM dann nach der Vorstufe 2030, aufgeteilt zwischen Afrika, Südeuropa und Südamerika in Marokko, Spanien, Portugal, Uruguay, Argentinien und Paraguay, rund um den Globus stattfindet, steht in den Sternen – oder Drohnen, die womöglich Teams in Überschalltempo von A nach Z bringen bei einer Weltweit-WM. Was gestern undenkbar schien, ist künftig ja nicht mehr ausgeschlossen. Pecunia non olet: Geld stinkt nicht! 

Die mobile Version verlassen