Gröden ist vorbei, in Val d´Isere wartet morgen noch der Super G – auch auf unseren rettenden blonden Engel Conny Hütter, die in La Daille aus dem Tainingsbluff gekommen war, um nicht nur einzigen Sieg der einzigen Sieg für Rotweißrot, mehr noch: einzigen Top-10-Platz bei zwein Rennen zu fixieren. Klar, dass der Rechte-Sender ORF zwangsweise im unerwarteten Triumph schwelgten an einem Tag, an dem Lindsey Vonn und Sofia Goggia patzten, versteht sich wohl von selbst.
Aber komme keiner und sage, du Negativist, du Nestbeschmutzer, warum betonst du nicht, dass das Glas mit einem Sieg in zwei Abfahrten sowieso halbvoll ist. Aha, aha, wir sind mittlerweile mit einem Riesenteam und Millionen an Aufwand dort angekommen, wo sich andere junge oder aus Verletzungen kommende, eher despektierlich Exoten genannte Läufer überschwenglich freuen – wir bauen auf die ewige Jugend der alten Hasen und Häschen, ob das die 33jährige Conny ist oder neben dem Attergauer Ploier, der nach fatalem Gröden-Sturz quasi Vergangenheitsbewältigung betrieb, oder der 34jährige Mühlviertler Vincent, die beide an den Top 10 vorbeischrammten wie die bewundernswerte, verletzungsgeplagte Ortlieb-Tochter Nina.
Und verbeugen uns mit drei Buckerln in Ehrfurcht vor Max Franz, der drei Jahre nach den beidbeinigen Trümmerbrüchen in Copper Mountain ein Comeback wagen durfte, das gottlob unbeschadet auf dem Hosenboden nach nur einer Minute Fahrzeit endete. Immerhin schön, dass man als Hinterhof-Elite wenigstens unverletzt geblieben ist – erinnertz mich daran, wiee früher nach Schwimm-Olympia, WM, EM oft gewitzelt wurde, dass die Österreicher: Innen nicht ertrunken sind.

Dass Gröden der Startzeit wegen ebenso wie Val d´Isere seine eigenen Gesetze hat, wenn sich Sonne der Düsternis folgt, ist ja nichts Neues, Aber anders als unsere jungen Helden packen die Gegner die Chance beim Schopf, um sich als mehr oder weniger routinierte Sterne von morgen anzukündigen. Wie etwa der Schweizer Europacup-Abfahrtssieger Miggiano (4., Foto fahrend) wie Luc-Alphand-Sohn Nils (F, 5., Foto) als Spätzünder, Juniorenweltmeister Hiltbrand (Sz) oder der Chilene Henrik von Appen nach Kreuzbandrissen, die allesamt Eckhäuser besser fuhren als die heimische Nachwuchsgarde, deren Europacuperfolge sich im Eiltempo im Weltcup relativierten – selbst dann, wenn sich das anderswo vermeintliche Nummern-Handicap in Saslong-Vorteil verwandelt.
G´scheiter als alle Durchhalteparolen oder Bejubelungen von noch so emotionalen Sekundär-Ereignissen wären beinharte Analysen, warum es mit wechsekndem Personal seit Jahren immer mehr bergab geht abgesehen von Einzel-Erscheinungen wie Hütter, Ortlieb und Julia Scheib, wobei man auch da bei allem Respekt vor den zwei Saisonsiegen der Steirerin von der Weinebene festhalten muss, dass mit Brignone und Gut-Behrami zwei der zuletzt dominanten RTL-Läuferinnen außer Gefecht sind. Sind unbestechliche Zahlen, Daten, Fakten etwa Nestbeschnutzung? Nein, nein, keineswegs, vielmehr müssen die Alarmsirenen schrillen angesichts der ernüchternden Resutate, zu denen auch jene im Europacup von heute bei Damen und Herren in den Slaloms von.Ahrn- und Fassatal gehören, in denen jeweils 6. Plätze das höchste der Gefühle für den ÖSV waren. Zum einen von einer Halbholländerin (Rings.Wanner) aus Kitzbühel, die vom global erfahrenen Vater gecoacht wird, und dem Abfahrer-Sohn Jakob Greber, der sicher auch von den väterlichen Genen (Papa Christian gewann 1 WC-Rennen, war Olympia-Sechster in Salt Lake-Snowbasin 2002) etwas abbekommen hat.
Damit verabschiede ich mich zu einem psrsönlichen Treff mit der Allroundkönnerin, ehemaligen Speed-Doppelweltmeisterin, Olympia-und WM-Bronzemedaillengewinnerin Lizz Görgl, die als Tochter der unvergesslichen Traudl Hecher auch viel von deren Genen geerbt haben dürfte. Jener Lizz, die bis 2015 auch noch zwei oder drei Jahre mit einer gewissen aufstrebenden Conny Hütter gefahren ist. Auch in Val d´Isere….