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Ist neuer Zverev stark genug, um auch die schrecklich guten Zwei zu schlagen?

Ich habe versprochen, mich heute aus gutem Grund mit einem Rand-Randsport zu beschäftigen, der es wert wäre/ist, ins Rampenlicht statt unter den Scheffel gestellt zu werden. Ich kann mein Versprechen aber nicht halten, weil die Person, um die sich alles dreht, nach dem größten Triumph, die sie kürzlich gefeiert hat, noch nicht zurück aus dem fernen Staate Mexiko ist, also  icht vefügbar für ein Gespräch aus erster Hand und nicht mit dem Finger aus dem Mund. Aber aufgeschoben heißt ja lange nicht aufgehoben. Und Nico Wiener aus dem Burgenland, der im Weltcupfinale der Top acht des Compund-Bogenschießens den Volltreffer seines Lebens gelandet hatte, wird nach seiner Rückkehr zu Wort und Recht kommen.

Alternativ widme ich mich daher heute im Blick zurück aufs US-Open-Endspiel dem Hamburger Sieger mit russischen Wurzeln, also Alexander Zverev, der den finalen Neuling Ben Shelton in 3:34 Stunden und vier Sätzen eingebremst und damit verhindert hatte, dass der farbige US-Amerikaner in die Fußstapfen eines Arthur Ashe als Grand-Slam-Turnier-Gewinners hätte treten können. Für Zverev war´s wie schon in Paris eine triumphale Vergangenheitsbewältigung, schließlich hatte er vor sechs Jahren in seinem ersten Big-Apple-Endspiel gegen Dominic Thiem bei 5:3 im 5. Satz und Mini-Break im Tiebreak schon nach der Grand-Slam-Trophy gegriffen, ehe sie ihm aus den Händen glitt. Diesmal hatte Zverev seine Lektionen gelernt. Diesmal half ihm dabei auch ein emotiomal überforderter Shelton nach. Und in den ersten beiden Runden zog er in 5-Satz-Krimis den Kopf aus der Schlinge, weil die Gegner die Angst vor dem Sieg feoackt hatte.  

Es sind jedenfalls Sieg und Titel, die Zverev schwarz auf weiß zum zweitbesten deutschen Grad-Slam-Sieger seit und nach Bobele Becker gemacht haben. So steht´s in den finalen Annalen, die ja nicht verrraten, dass der Weltranglistenerste Sinner nicht dabei, fürs spanische Comeback-Kid Alcaraz nach gut vier Monaten Zwangspause gegen Shelton ebenso Endstation war wie für den „Djoker“ Djokovic, der sich erstmals seit mehr als 20 Jahren schon in Runde 1 verabschiedet hatte. Zum anderen spricht es aber auch für den gereiften Zverev, dass er mit dem Rücken zur Wand ein frühes Aus als Topgesetzter aus eigener Kraft verhindert hatte, um von Spiel zu Spiel immer besser zu werden, ehe er auch Sheltons Versuch, das Final-Match zu drehen, voller Selbstvertrauen abwehrte.

Je breiter die Brust, umso größer die Chancen, entscheidend zuzuschlagen. Nichtsdestotrotz stellt sich, Sieg hin, Titel her, die Gretchenfrage, was gewesen wäre, wenn die vermeintlich unschlagbaren, schrecklich-abschreckenden Zwei, sprich Sinner und Alcaraz, unter optimalen Voraussetzungen und nicht – wie Carlito – mit Handicaps belastet, mitgespielt hätten. Was der neue Zverev drauf hat, seit er die Grand-Slam-Sieges-Barriere in Paris und New York gleich zweimal überwunden hat, wird er spätestens bei den Australien-Open im Jänner 2027 unter Beweis stellen müssen. Wenn´s gelingt, wär´s die Fortsetzung der ehemaligen großen Drei mit neuen Namen und auch anderen Stärken und minimierten Schwächen…

PS: Eine Vorgeschmack gibt es schon beim Erste Bank Open 5n Wien, für das Turnier-Zampano und Daviscup-Veranstalter Herwig Straka sowohl Jannik Sinner als auch Sascha Zverev engagieren konnte, dazu zehn der besten 20 Spieler auf der Welt. Ein Triumph, wie immer diese Woche das Daviscup-Duell mit Belgiens zweiter Garnitur in der eiges gebauten Sandkiste am WAC-Platz endet.

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