Jugendspiele in Dakar oder: Goldener Glanz und Globalisierung
Josef Metzger
Ehe Sturm Graz gegen Celje aus Slowenien und die Salzburger Bullen in Brüssel gegen den Kultklub Anderlecht versuchen, in die Erfolgsspur des LASK zu gleiten, will ich mich einem ganz anderen Thema mit Zukunftsaspekten widmen. Dabei geht es um die Youth Olympic Games, also olympischen Jugendspiele, die derzeit mit Schauplatz Dakar, Senegal, erstmals in Schwarzafrika ausgetragen werden. Ganz abgesehen davon, dass ich deshalb kein besonderer Freund dkiees Medaillenkämpfe bin, weil der Ehrgeiz derer, die sich shcon im frühen Teenageralter mit Gold, Silber oder Bronze dekoriert haben, mit wenigen Ausnahmen auch darob schwindet, weil der Konkurrenzkamof bei den ausgewachsenen Twens um Eckhäuser härter, die Dichte viel größer, der Grat zwischen erfüllter Erwartung und enttäuschter Hoffnung aber zugleich immer schmäler wird.
Was die aktuellen Sommer-Jugendspiele im Zeichen der fünf Ringe je nach Hemisphäre mitten im Herbst oder frühem Frühjahr betrifft, so bejubelt das ÖOC-Team schon eIne Goldene im Beachvolleyball durch das Duo Hohenauer-Poinstingl, zwei weitere Medaillen (Lux-Schönbacher Küstenruder-Silber, Selina Wöginger Judo-Bronze) und zwei vierte Plätze des 15-jährigen Schwimmtalents Lilli Paier aus Leoben – zum Teil aber bei ziemlich eingeschränkter Konkurrenz. Viele der klassischen Sportnationen haben die Jugendspiele links liegen ge- und sie der ungewöhnlichen Jahreszeit wegen den Sportler: Innen aus sogenannten Entwicklungsländern der olympischen Szene überlassen, da muss man sich nur die Resultatlisten zu Gemüte führen.
Speziell im Schwimmsport, wo die Dominatoren aus den USA, Australien, Ungarn, Gr0ßbritannien etc. gar nicht dabei sind. Und sich so Fräulein Paier, mit 15 eine der Jüngsten im Pool, im Sandwich mit einer Vietnamesin und einer Chilenin als Siebente (33,74) gerade noch fürs Finale über 50m Brust hat qualifizieren können trotz eher mäßiger Zeit gemessen an der Vorlaufbesten Obeid (31,98) aus dem kriegsgeschädigten Libanon.
Man muss also die Ergebnisse, wenn man Realist und nicht Utopist ist, schon richtig einordnen, obwohl viele Resultate andererseits signalisieren und dokumentieren, dass die Globalisierung auch die Sportwelt immer mehr erfassst und Länder, in denen vor allem Frauen einst ausgegrenzt waren, mit Eigenbau- und/oder eingebürgerten, sperich: gekauften Athleten, ins Rampenlicht stellt. In Anspielung auf den ersten „Goldfisch“ Al Ramouni, den sich Saudi Arabien aus dem Mittelmeer (Tunesien) geangelt hat, lässt sich getrost sagen: Die Wüste lebt und bebt!