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Kitzbühel oder: Mekka des Alpinsports als Lieferant nordischer Höhenflüge oder Volltreffer

Werte Skisportfreunde, man kann´s kaum glauben, ist aber wahr. Die Nordischen im Lande beginnen den Alpinen das Wasser, Pardon: nicht den Schnee, aber die (positiven) Schlagzeilen abzugraben. Und da sei Kitzbühel als Mekka des Alpinskisports, als Monte Carlo der Alpen besonders hervorgehoben. Während die Heimat des Sailer Toni, des Weißen Wunderteams mit Gold-Ernst Hinterseer und Slalomsieg seines (späteren Schlager-Hit) Sohnes Hansi seit Mitte der 70er-Jahre bisher vergebens auf einen Alpin-König oder eine alpine Ski-Queen wartet, schreiben Sportler: Innen des Kitzbüheler Ski-Clubs seit zwei Jahrzehnten  nordische Erfolgsgeschichten.

Angefangen in den finalen 90er-Jahren von den vergoldeten Staffelläuferen Markus Gandler und David Krainer bis zur Loipenjägerin  Lisa Theresa Hauser (Foto) und als jüngsten Himmelstürmer bis zum zweifachen Juniorenweltmeister Stephan Embacher (Fotos), der beim heutigen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, aber eigentlich Stadtteil Partenkirchen, vom 33. Platz eines talentierten Vorjahrsneulings als gereifter Dritter aufs Podest sprang. Auf einer Großschanze, während es am Schattberg in Kitzbühel nur nebeneinander kleine Schanzen gibt, die sich für den Goldi-Cup der Kinder eignen, auf die man auch von der Hhnekammgondel schauen kann, zudem auch mit Blick aufs Hotel des Hinterseer-Ernstl, der mit stolzen 93 Jahren immer noch stramm uterwegs ist …

Warum dem so ist, obschon die Loipen im Tale bei zu hohen Temperaturen und zu wenig Schnee mituter unbenützbar sind, zumindest weniger als die Strecken für die Alpinläufer in luftigerer Höhe, hat sicher auch mit dem wirtschaftlich so wichtigen Tourismus zu tun, der ja nicht gerade der beste Freund von wegen Rennen abgesperrter Pisten ist – ausgenommen das Hahnenkammrennen als eine der lukrativisten, größten Einnahmequellen der Gamsstadt imm ganzen Jahr.  Aber mit wenigen Ausnahmen kümmern sich Söhne und Töchter ehemaliger Größen aus der einstigen Alpinhichburg lieber um Hotels, Gasthöfe, Apartments, die sich ihre Eltern oder Großeltrern ehedem nur dank ihrer Erfolge auf den Pisten leisten konnten – auch wenn die Prämien, die an Adler und Co gezahlt werden, im Gegensatz etwa zu Formel 1 und Fu0ball, immer noch ein besseres Almosen sindm aber immerhin  eine Plattform sind, um potente Sponsoren zu ködern. 

Mit den Zeiten haben sich also Rahmenbedingungen ebenso geändert wie manch andere Parameter. Dem Kitzbüheler Ski-Club unter dem Sportwissenschaftler Doktor Michael Huber ist hoch anzurechnen, dass er nicht nur darauf wartet, ob eine der jungen oder jüngsten Alpinsternchen wie erhofft  einschkögt, sondern sein einstiges Imperium um die nordische Szene erweitert hat, die ihm inzwischen reihenweise große Erfolge gebracht hat mit olympischen und WM-Titeln ebenso wie mit Weltcuperfolgen auf Schanzen und Loipen. Höhenflüge, verfolgshungsjagden oder Volltreffer der Nordischen wie die Podestplätze der Adler im Neujahrsspringen sollten auch über das aktuelle Establishment der Alpinen hinaus ein Ansporn für die Next Generation sein, einmal uf den Spuren von Ikonen wie Sailer und Co. zu wandeln. Auch das ist eine der Botschaften am und zum ersten Tag des Olympiajahres 2026…

PS. Mit der Skischulbesitzer-Tochter Valentina „Wally“ Rings-wanner Tochter gibt´s mit dem noch 19-jährigen Christoph Lisch gut veranlagten, auch schnellen, aber oft noch fehleranflligen Mann mit Alpin-Zukunft für Kitzbühel und den KSC. Lisch lag zur Halbzeit des gut besetzten Slaloms in Telfs fast auf gleicher Höhe mit den DSV-Topleuten Gratz und Schmied, ehe ihn Fehler im Finale auf Platz 29 zurückwarfen. Die Quintessenz lautet nichtsdestotrotz: Wer nichts wagt, wird a la longue auch nichts gewinnen…

 

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