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Landaluce servierte Hitchcock-Thriller mit Happy Emd für Zverev

Was sich gestern in der ausverkauften, randvoll gefüllten Stadthalle rund um die beiden sich an Dramatik überbietenden Duelle der Superstars Carlos Alcaraz und Alexander Zverev abgespielt hat, das geht in  die Turniergeschichte ein. Dabei schrumpften die kraftvollen Ballwechsel zwischen der rekonvaleszenten Ex-Nummer 1, dem zum schnurrbärtigen Mann gereiften Carlito mit dem schlagkräftigen ehemaligen Olympiazweiten und Wien-Finalisten Khachanov zur Ouverture für einen knallharten Schlagabtausch zwischen der Nummer 1 in spe und der Nummer 67 mit Wildcard, den kein Drehbuchautor besser beschreiben und kein Regisseur besser hätte inszenieren können. Ein Filzkugel-Hitchcock. 
Welch Thriller voller Wendungen, Verwirrungen und Irrungen mit dem vermeintlichen Täter schlussendlich als Opfer des programmierten Siegers, über den der Turnierdirektor mit eimem Stoßseufzer ebenso wie Zverev selbst nach 3:05 nervenaufreibenden Stunden sagen durfte: Gut is ´gangen, nix is g´schehen. Der Hamburger und die Erste Bank Open dürfen zumindest bis morgen, bis zum Achtelfinale, davon träumen, dass Wien erlebt, was es nach Recherchen offenbar noch  nie gab, dass nämlich ein Spieler während eines Turniers zur Nr. 1 der Welt wird. Es wäre historisch. Das gestrige Match war es schon.
Eines, das demonstrierte, wie hoch das Niveau und die Dichte im Tennis geworden sind dank besseren Materials, optimierten Trainings, höherer Professionalität, körperlicher wietechnischer Qualitäten. Wenn Zverev, der nur kämpferisch einen seiner besten Tage erwischte, aber spielerisch sagen wir einmal 95 Prozent seines Potenzials ausschöpfte, der junge, respektlose Spanier Martin Landaluce sich aber selbst übertrifft, weil er Lunte riecht, dann beginnt sich das Kräfteverhältnis so dramatisch zu verschieben, dass es uns ein Drama vom Allerfeinsten schenkt. Einen Hitchcock-Nachlass. Tatort Stadthalle.
Wenn ich mich recht entsinne, so hat Landaluce, 20, immer wieder auch bei Challenger-Turnieren in Österreich gepielt, nicht nur in Tulln, sondern auch in Mauthausen, wo er vor zwei Jahren zum Beispiel gegen unsere bisher unerfüllte Ländle-Hoffnung Joel Josef Schwärzler glatt verloren hat. Landaluce, der übrigens auch zum Alcaraz-Management gehört, hat seine Lektionen gelernt, Niederlagen in Challengern gegen Masters-Viertelfinali getauscht und sich so gesteigert, dass er gegen die künftige Nr. 1 der Welt vier Matchbälle hatte, ehe ihn ein Netzroller und ein Ass ebenso bezwangen wie die durch seinen Diabetes-Kampf spezielle Widerstandsfähigkeit des zweifachen Grand-Slam-Siegers.
Selbst ein Trainer-Guru wie Günter Bresnik wird länger brauchen, um aus dem Talent Schwärzler einen Spieler zu formen, der den gleiuchaltrigen, viel weiter entwickelten und besser positionierten Martin Landaluce wieder besiegen kann. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, dass uns die ehemalige Nummer 1 der Junioren irgendwann auch einen Hitchcock-Krimi liefert, bei dem die Fans in der Stadthalle so mit Füßen trampeln wie am Super Tuesday. Oder früher von Kary (Semifinale 1977) und Feigl über Muster, Skoff, Melzer bis Thiem.
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