Da der Kühbauer-LASK erst abends in Athen gegen AEK antritt, widme ich mich inzwischen einer spannenden Premiere, die einem aktuellen Vorgriff auf die Zukunft gleicht. Während zum Beispiele für die weltbesten Schwimmer: Innen nach Paris-EM und Pan-Pacific-Games totale Ebbe herrscht, badet die Leichtathletik nicht nur mit Diamod-League-Klassikern in einem Topevent nach dem anderen, sodern setzt mit den ersten World Ultimate Championships sowohl sportlich als auch finanziell mit einer Preisgeldflut wie nie eins drauf.

Wie, wo und wann? Am verlängerten Wochenende im hypermodernen WM-Stadion an der schönen blauen Donau, allerdings in Budapest, da wir in Wien dafür weder Interesse hätten noch das nötige Kleingeld in Millionenhöhe aufbrigen würden und zudem, wie es sich für eine echte Sportstadt geziemt, auch keine geeignete, repräsentative Freiluftarena besäßen. Weil nur die absolut Besten der Welt im Süden von Pest eingeladen wjurdenn, um den Siegespreis von 150.000 Dollar pro Bewerb zu kämpfen, muss sich Rotweißrot leider mit der Rolle des TV-Zuschauers begnügen. Ehre, wem Ehre gebührt, auch dank des oft gescholtenen ORF, der es de LA-Fans via Sport+ gratis serviert als finales Zuckerl der Saison.
Wenn ich mich recht entsinne, so handelt es sich bei den höchstdotierten Ultimate Championships um die erstmalige Umsetzung abgewandelter Ideen, Visionen und Plänen, die vor geraumer Zeit vom emeritierten US-Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler Michael Johnson präsentiert worden waren, um die teils verzopfte Leichtathletik auch für Normalverbraucher verständlicher und mit dem Preisgeld-Boom auch attraktiver für die Topstars der Szene zu gestalten.
Kurzum, anders als die weltbesten Schwimmer, die im Trockenen sitzen statt Mammon ins Trockene zu bringen, befindet sich die Leichtathletik mit ihrem Weltpräsidenten Sebastian Coe sozusagen im Windschatten der professionellen Sportbranche-Leader Golf und Tennis, bei denen die Protagonisten im Geld schwimmen und selbst gescheiterte Grand-Slam-Qualifikanten von 30.000 Dollar aufwärts bis 70.000 $ (abzüglich Steuer) halbwegs planen und leben können. Und da Superlative gleichsam Lockmittel fürs (Pay)-TV sind, so potenzieren sich die Einahmen für Veranstalter derart, dass sich damit aliquot auch Preisgelder in die Höhe schrauben lassen. Alles nach dem Motto: Wo Tauben sind, fliegen auch Tauben zu. Wer dieser Regel nicht folgt, sondern im Neid der Besitzlosen schmollt, ist selbst schuld, wenn er nicht am Millionen-Geldkuchen mitnaschen darf.