Worüber soll ich heute schreiben an einem Sonntag, an dem es endlich wieder mehr als nur einen Podestplatz bein Skifahren gab nebst Forderungen, einen Wunsch-Physio zu holen, sonst würde Kriechmayr lieber aufhören als weitermachen? Ja, was soll man viel Positives berichten, wenn das LA-Damen-Quartett kollektiv ohne Bestzeiten in den Hallen-Vorläufen ebenenso ausgechieden ist wie Tennis-Teenager Lilli Tagger in Miami Beach gegen eine etablierte Größe, die ja der Maßstab über das aktuelle Können der Gastarbeiterin in Itálien ist? Den Überflieger des Stabhochsprungs, Armando Duplantis, ein eigenes Kapitel, das sich dem Normalmaß entzieht, heb ich mir auf.
Dafür nin ich mir nicht zu schade, dem neuen, anfänglich erfolglosen dänischen Rapid-Trainer Hoff-Thorup
zuzubilligen, dass es ihm binnen zwei Monten gelungen ist, auch durch für österreichische Verhältnisse akzeptable Zukäufe wie etwa Weimann und Co, einen Turnaround zu schaffen, der ganz neue (Meister) Perspektiven bietet nach der Angst, gegen den Abstieg spielen zu müssen. Seit dem mickrigen Saidonstart und den Heim-Glückssieg gegen die allerdings desolaten Salzburg-Bullen hat sich doch ein Wandel in Grünweiß vollzogen, weil man jetzt neben Hurra-Aktionen mitunter auch sehr ordentliche Spielzüge sieht, die zu Abschküssen führen.
Wie zuletzt schon beim ansehnlicheren Rückspielsieg in Salzburg und auch heute beim 4:2 gegen den LASK mit dessen Ex-Rapidler Kühbauer als emotionalen Trainer – und das, obschon die Linzer mit einem Blitzstart in Hütteldorf mit 0:1 in Führung gegangen waren. In dieser Situation zeigte sich dann die durch knappe Erfolge gesteigerte Kampfmoral und auch das neue Selbstbewusstsein, selbst das Diktat des Geschehens zu bestimmen, Immer dann, wenn es eng wurde, auch nach dem Anschluss der vLinzer zum 2:3, zeigte Grünweiß die richtrige Reaktion, antwortete Rapid mit einem Tor.
Wohin das nach der in ganz Europa mittlerweile verpönten bis verlachten Teilung redlich erworbener Punkte im Grunddurchgang führt, lässt sich noch nicht abschätzen, aber selbst der Titelgewinn ist plötzlich keine Utopie mehr, sofern das Erlebte zur Konstante wird. Scher jedenfalls ist, dass Rapid mittLerweile sozusagen ein schöneres Gewand angezogen hat, was Spiel und Stil betrifft. Wiens Fußball kann im Duett nit den Jung-Austrianern nichts Bessderes passieren als die Auferstehung der „Scheintoten“ aus Hütteldorf und Favoriten, mit der und durch die sich auch die Hard-Core-Fans durch Frustbewältigung wieder beruhigen lassen. Ein zweiter Aspekt, der immerhin weiteren Randalen und Skandalen vorbeugen kann…
