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Masters-Doppeltriumph in Shanghai mit einem Wermutstropfen

Die Erfolgsmeldung des Tages kommt aus China, ist aber alles andere denn eine Peking-Ente, sondern Faktum aus Shanghai. Ebendort hat das neue Daviscup-Doppel mit Lucas Miedler und Neil Oberleitner, die erst seit kurzem zusammenspielen, mit dem 6:4, 6:3-Finalsieg im Masters 1000 gegen Tracy (USA) und den ehemaligen, nur temporären Miedler-Partner Cabral (Por) einen epochalen Triumph errungen. Und damit sowohl für sich selbst als auch das Erste Bank Open 500 in Wien tolle Werbung betrieben.
Auch wenn´s auf Kosten des längere Zeit verletzten Alexander Erler ging, der mit Partner Lucas einst sowohl den Östereich-Doppelpack (Kitzbühel,Wien) als auch weitere Siege gefeiert hatte – es scheint die richtige Entscheidung gewesen zu sein, den Tiroler durch den Wiener Oberleitner zu ersetzen. Selten zuvor hat ein Duo so gut harmoniert wie die beiden, wovon man sich schon beim Daviscup-Sieg gegen das jahrelange eingespielte belgische Doppel Gille-Vliegen am WAC-Platz hat überzeugen und  jubeln können.
Mit dem Masters-Triumph, der den Senkrechtstart krönte, machen Miedler (bisher Nr. 26) als auch Oberleitner (38, davor schon erfolgreich mit Nouza, Tch) einen Sprung nach vor im Ranking, auch wenn´s noch ganz schön weit ist bis zu Grand-Slam-Doppelsiegen des jetzigen Sportdirektor-Daviscup-Kapitäns Jürgen Melzer und eines Julian Knowle oder der Spitzenposition des Oliver Marach und Alexander Peya. Abgesehen von Melzer alles Unvollendete im Einzel, die im Doppel doppelt so große Chancen erkannten und beim Schopf packten.
Auch darun, weil die Single-Kapazunder angesichts des immer aufwedigeren, strapaziöseren, aber auch lukrativeren, finanziell ungeteilten Einzel das Doppel nur noch als Warmup zu Beginn von Turnieren spielten. Auch darum findet man unter den Top 50 des Doppel-Rankings als einzigen Single-Star den 29-jährigen Spätzünder Quentin Halys aus Frankreich, dem erst heuer mit dem Premierensieg in Kitzbühel ein Licht aufgegangen war, an Position 49! Jawohl gerade einmal Top 50! Und das DurchschnIittsalter der Doppel-Granaten wird sich mit vielen 40+-Spielern wohl um die 35 Jahre einpendeln. Trotzdem aber Zukunft statt Vergangenheit.
Das Herren-, aber auch Damendoppel hat sich zu einem ganz eigenen Gesellschaftsspiel mit Dominatoren entwickelt,  mit denen nur Insider der Tennisszene etwas anfangen können, nicht aber die Ottos (und Ottilies) Normalverbraucher. Heliövaara-Patten, Skupski-Harrison, Cash-Glasspool, Vavassori-Bolleli, Reboul-Doumbia, Krawietz-Puetz und wie die Top-Doppel alle heißen – es sind in ihrer quasi neuen Tennis-Branche hochqualifizierte Nummern im Programm, aber nur dann mehr als Füllmaterial, wenn sie Lokalatadore spielen und damit auch pattriotische Emotionen wecken können.
Hochquallifiziert, aber auch, wie der Name Doppel sagt, doppelt so teuer, weil halt alles mal zwei gerechnet werden muss mit der ganzen Entourage. Kein Wunder, dass darob immer öfter die Frage aufgeworden wird, ob sich Doppelturniere nebeN dem Einzekl noch rechnen. Das ist der Wermutstropfen gerade an einem Tag, an dem Rotweißrot einen Master-Triumph zelebriert, Fragt sich nur, wie lang danach noch der Hahn kräht? 
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