Nach schlimmer Skipleite zum Start schrillen alle Alarmsirenen
Josef Metzger
Die alpine Skisaison begann aus rotweißroter Sicht mit einem Schock. Zum einen, weil die Sölden-Titelverteidigerin und Riesenslalom-Kugelgewinnnerin Julia Scheib einen fatalen Stern riss, kein einziger der Jungsterne vom Himmel fiel und just jene Lokalmatadorin aus dem Ötztal, die samt Trainerfreund Stengg aus allen Kadern entfernt worden war, die nicht mehr taufrische Franziska Gritsch, als einzige Österreicherin als Fünfzehnte ins Finale kurvte. Und die besserevSicht km Finale gar zum Vorstoß unter die Top 10 (9.) nützte. Der auS ÖSV-Perspektive sozusagen falsche Lichtblick in der Finsternis.
Highsider von Julia Scheib als Schock, aber Erfolgserlebnis für Franzi Gritsch als Neunte.
Eine ärgere Watschen hat´s, soweit ich mich entsinne, noch nie beim Auftakt im Weltcup gegeben. Die Dominanz ist so dahingeschmolzen wie die Gletscher, auch wenn wunderbare Neuschneepracht vom Feinsten das zudeckte. Da Scheib dtatt High five einen Highsider produzierte, den sie hoffetlich unbeschadet überstanden hat, gab´s an der absoluten Spitze niemanden, der das kaschieren hätte können.
Aus Lehrmeiusterinnen von ehedem, die mittlerweile solch schändliche Resultate mehr oder wemiger gut oder diplomatisch kommentieren müssen, Lehrmäderln geworden, die jugendliche Versprechen offembar nicht einlösen können, was übrigens ja vor ihrem Kreuzbandriss leider auch der YOG-Triple-Siegerin Maja Waroschitz so gut wie nie gelungen war.
Mag schon sein, dass der extrem schwere Steilhang mit bis zu 70 Prozent Neigung für den Saisonstart unsere Hoffnungen unter den Starlets überforderte. Mag schon sein, wie echte Experten als Entschuldigng anführen, dass die vermeintlich jungen Wilden die Jagd ins Rampenlicht allzu wild bis verkrampft übertrieben haben. Andersrum: Übermut tut selten gut! Aber bei einem kollektiven Kollaps wie diesem nota bene mit Heimvorteil müssen im Normalfall in der ÖSV- oder Ski-Austria-Führung alle Alarmsirenen schrillen, damit die Resultate a la longue nicht so aussehen wie das neue Logo des Skiverbandes, das eher einem Trümmerhaufen denn einem Symbol für Erfolge gleicht.
Wie immer man es dreht oder wendet – Sölden hat den Beweis geliefert, dass vieles falsch gemacht worden sein muss im Skistaate österreich. Und Ausreden welcher Art immer die Probleme über Nacht so wenig lösen können wie der Bau einer Skihalle, der ja auch noch in den Sternen steht – wenn nicht unter einem Unstern angesichts der budgetären Schieflage im Lande. Ihr hat sich nach den fetten Jahren mit Topstars auch der Alpinrennlauf angeschlossen, zumindest bei den Damen und dort, wo es um den richtigen Schwung geht – im Riesenslalom. Fazit war die Riesenblamage, die niemand mehr weg- oder schönreden kann.