Eigentlich war ich ja von Varna am Schwarzen Meer in die Ewige Stadt Rom gekommen, um eine Papst-Audiez am Petersplatz zu erleben, was mir leider, obschon gebucht, nicht vergönnt war. Ein Virus kam dazwischen, das mich ans Hotelbett fesselte. Bad luck, blöd gelaufen. Oder fast alles verschlafen, was sich rundum auf der Welt abspielte. In der großen wie der kleinen, in der wir Österreicher uns ja wohl fühlen wie auf einer Insel der Seligen. Und wenn der Grand Slam in New York, zugegeben mitunter zu nachschlafener Zeitm in Szene geht, wenn der tränenreiche Roger Federer in die Hall of Fame ajfgenommen wird, schauen wir schon in die Daviscup-Zukunft gegen Belgien, die auf einem eigens installierten Sandplatz beim WAC im Prater nach dem Hartpatzspektakel im Big Apple stattfindet.
Das ist eine Sache, die adere betrifft den Winter, der hoffentlich pünktlich kommt. Dabei geht es um den Führungswechsel, was den einflussreichen Generalsekretär des Skiverbandes betrifft. Nach nur sechs Jahren, im Vergleich zum Langzeitregenten Klaus Leistner eine kurze Ära, erfolgte die Staffelübergabe von Christian Scherer zu Ian Überall, der 13 Jahre lang mitverantwortlich war für die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel, das Nonplusultra des alpine Skisports. Manch Star stellt einen Streif-Triumph sogar über Olympia- ud WM-Gold. Meriten da, ist auch Vorschuss dort, sonst wäre Jan Überall, enger Verwandter von Thomas Überall, der ehemals rechten Hand von Didi Mateschitz, ja nicht einstimmig gewählt worden zur Überraschung des einen oder anderen Insiders, der vordem gedacht hatte, die Wahl wäre schon auf einen anderen gefallen.
Kitzbühel ist im Skisport, was Monte Carlo für die Formel 1. Und in den Jahren, in denen auch Jan Überall an der Seite von Dr. Michael Huber am Werke oder im Wirken war, sind Kitzbühel, Streif und auch RedBull immer mehr zusammengewachsen. Nicht nur mit Bandenwerung, TV-Show auf der Seidlalm, nicht nur mit dem temporärem Warmup- neben dem Starthaus-Haus, sondern auch tagelagen Vorläufen von Marcel Hirscher und Flutlichtspektakel mit der damals rekonvaleszenten Lindsey Vonn. Immer mehr Bullen-Event rund ums Streif-Abenteuer, bei dem Sehen und Gesehen werden oft eine Hauptrolle spielen.
Um zu wiederholen: Kitzbühel ist eine Sache, der ÖSV aber eine ganz andere, nämlich das Dach üer den Köpfen vieler anderer Sk- und Snowboard-Disziplinen, die nicht einmal ansatzweise an Kitzbühel als Monte Carlo der Alpen oder auch an die Vierschanzen-Tournee am Bergisel oder in Bischofshofen heranreichen. Bei allem Respekt vor dem Geldregen, den der Bullen-Milliarden-Konzern über den Spitzensport ergießt, so muss der Skiverband seine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit verteidigen und behalten – auch wenn vielleicht Millionenspritzen winken. Kitzbühel selbst war und ist stets ein Magnet gewesen, sost hätte es auch nicht die Bullen angezogen. Quod erat demonstrandum.
