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NOTIZEN AUS DER WELT DES SPORTS

SKI-GESCHICHTE. Nachtrag. Als 11-jähriger Skifsahrerbub hatten wir das Radio aufgedreht , um dem heimischen Sender und ORF-Vorgänger Ravag mit den Herren Dr. Jeschko, Edi Finger, Meisel, Neumann, Klettner und Nußbaumer zu lauschen, als sie von den ersten alpinen Are-Weltmeisterschaften 1954 berichteten, in denen der Mastermind des Kitzbüheler Wunderteams um Sailer, Molterer, Hinterseer und Co, das stets unberechenbare Pistengenie Christian Pravda, die Abfahrt gewonnen  und die Nachfolge des Italieners Zeno Colo angetreten hatte. Und damals lauschten wir auch aufgeregt, wie eine Wienerin vom Semmering im Damen-Slalom unter ebenso aufgeregten Reporterworten („Rotes Tor, blaues Tor, Haarnadel, noch einm Tor – Bestzeit!“) zumWM-Titel gerast war, eine fast ausgegrenzte Flachland-Alpine, die an der Uni in  Wien studiert und damit auch Gold für den Akademischen Ski-Club gewonnen hatte: TRUDE KLECKER, spätere Frau Doktor der Philosophie, die Ski und Schnee nach der Karriere ebenso verließ wie Österreich, um als frisch verheiratete Frau Doktor Digiovanni als Deutschprofessorin viierzig lange Jahre in Triest zu unterrichten – also imm Relikt der Monarchie, wo sie am liebsten in des Meeres und der Liebe Wellen Badete. Zurück in der alten Heimat war das Hotel der Eltern vor der letzten Kurve rauf zum Semmering geblieben, an dem unsereins am Weg vom Hirschenkogel der ehedem auch vom Stuhleck immer wieder vorbeigefahren war, was auch stets die Erinnerung an diese höchst außergewöhnliche Person geweckt hat, der meine Autoren-Wenigkeit (mit dem damaligen Wien-Ski-Präsidenten Dr. Hermann Gruber) in dem die heimische Skigeschichte aufblätternden Buch „In  Wien begann´s – eine Spurensuche im Schnee“ (Echo-Verlag) viele Zeilen, recherchiert in uralten Zeitungen, aber auch eigenen Radio-Erinnerungen  entnommen, gewidmet habe.

Persönlich hab ich diese tolle Person erst in ihrem höchst fortgeschrittenen Alter bei einer der traditionellen Donau-Schiffsfahrten des Ex-Landesvaters Erwin Pröll kenmmnegelernt, bei der Klecker aus dem Nähkästchen plauderte, unglaublich vital mit damals etwa 80, ungaublich gebildet, unglaublich belesen und interessiert, eben eine Allround-Weltmeusterin, die in ihrer Eloquenz aber nicht verbalen Slalom fuhr, sondern sagte, was für sie als Kriegs- und Nachkriegskind unter Sowjetbesatzung Sache ist.

Gestern, am 7. Februar, feierte die verwitwete Frau Doktor Klecker-Digiovanni in einem  Seniorenheim am Semmering ihren 100. Geburtstag. 100 mit WM-Gold, WM-Anfahrtssilber und vielen anderen Titeln,  mit Studium, und Sinn gefüllten Jahre, zu denen ein anderer Skistar ihrer Erfolgszeiten noch fünf Jahre Zeit hat – Josefa „Putzi“ Frandl aus Radstadt, die in Amerika lebt, wo sie einen Amerikaner geheiratet hat. Ich erwähne das aus einem guten  Grund in einer Zeit, die so schnelllebig, oberflächlich, schlagzeilensüchtig und gleichgütig geworden ist, dass man heute nicht mehr weiß, was gestern passiert ist.Darum schreibn ich: Verachtet mir,  jüngere Kollegenschaft, die ihe mit High-Tech aufgewachsen seid, die demnöchst 18-jährige Schiavone-Schülerin Lilli Tagger aus Lienz verlor das Endspiel gegen die Thailänderin Sanwangkew g.latt mit 4:6, 3:6, sird abefr kommende Woche als Nr. 114 dcjon an die top 100 klopfen.

Daviscup: Östgerreich spielt in der Woche nach den  US-Open daheim gegen Belgien um den Einzug unter die Top 8der GTenniswelt. Der Spielort wird erst gesucht.    

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