Auch wenn wir leider dazu neigen, auch im Interesse jeweiliger Verbände, Funktiönäre und auch Athleten alles so gut wie möglich schönzufärben, so sind wir dezeugte, a auf dem falschen Dampfer oder Holzweg. Das galt, was Birmingham und Paris bezeugten, nur für ein paar Ausnahmespirtler, die es tatsächlich verdienen. Wie Diessl, Kingley, die Marathon-Überraschungszehnte Julia (nicht Ursula wie Presse-Chefsekretärin Mayer, Freudscher Versprecher!), 400m-Hürdenläufer Strohmayer-Dangl und leider nicht mehr Luki Weißhaidinger in der Leichtathletik, während im Schwimmen nur Medaillengewinner Mladenovic, der „blecherne“ Giefing, Open-Water-Newcomer Karl und Wasserspringer Knoll die Fahnen wirfklich hochhalten konnten. Der Rest war da wie dort eher zum Vergessen. Und eher zum Verschweigen denn zum Bejubeln wie heute im Marathon der Männer, wo man Andreas Vojta, den Sohn eines roten Langzeit-Bürgermeisters von Gerasdorf, mit Lob bekränzte, weil er auf einem so schweren Kus mit so dichter Konkurrenz ebenso wie Mama Eva Wutti gegen den letzten Platz gekämpft hatte.
Ja, wo sind wir, bitte schön, hingekommen mit unserem Spitzensport? Leider regiert immer noch Nepotismus, der Kritik negiert. Und sitzen Leute an den Schalthebeln der Macht, die sich als verlängerte sportliche Arme sogenannte Sportdirektoren suchen und flugs finden, die – auch aus Existenzgründen – als willige Empfehlsempfänger dienen. Wie ein Vojta und eine Wutti, aber auch andere Mitläufer/innen in Birmingham, so hatten auch einige Schwimmer/innen nichts in Paris verloren, am allerwenigsten der Vizepräsidentensohn Leon Opatril, der mehr geschont als eingesetzt wurde, was auch besser war, weil er im Niemandsland unter exotischen Nachzüglern wie Kosovo oder Molda landete. Er schwamm über 100m Rücken eine Zeit, mit der er gerade die schellste Dame in Schach gehalten hätte.
Eine Beleidigung all derer, die sich – pardon pur l´expression – den Arsch mit Vielstarts und Topleistugen a la Christian Giefing nicht nur für sich, aber auch den Verband aufgerissen haben, bis Flasche leer war. Einen Verband, der selbst bei und mit Weltmeistern und Medaillengewinnern nicht in der Lage war und ist, wirklich potente und nicht Schmalspursponsoren an Land zu ziehen. Und der mit Krokodilstränen einem überraschend verstorbenen Sportdirektor nachweinte, den er selbst als Dynamo des Schwimmsports hinstellte, was die EM-Realität in Paris knallhart widerlegte. Wer sich weiterhin in selbstbetrügerischer Selbstherrlichkeit suhlt, kriegt bei Großereignissen eben die Quittung. Bestelltes Lob hilft da nichts.
