Nein, nein, ich hab´s nicht verschlafen, wozu sich der Fußballbund in der Woche des Nations League-Auftakts aufgerafft hat. Aber angesichts anderer Aktualitäten, die mir wichtig und vorrangig schienen wie etwa die Rad-WM und anderes, hab ich´s nur aufgeschoben, nicht aber aufgehoben. Es handelt sich um zwei Aktionen, die auf den ersten Blick voneinander unabhängig voneinander zu sein scheinen, unterschwellig aber wohl doch miteinander zu tun haben, weil dabei der europäische Fußballverband, die Uefa also, ins ÖFB-Spiel kommt.
Worum geht´s dabei? Zum einen hat der ÖFB seine Kandidatur für die Ausrichtung der U21-Euro 2029 eingereicht, wofür aus meimer Perspektive zwar nicht jedes, aber fast alle mehr oder weniger großen Stadien reichen dürften. Die Bewerbug an sich ist sportlich sicher eine gute Sache, weil unser Team der Zukunftshoffungen ohne Quali-Stress als Gastgeber fix dabei sein, das eine oder andere Talent sich ins Rampenlicht setzen, einen Namen machen und für höhere Aufgaben empfehlen könnte. Was die ausgewählten Arenen betrifft, so frage ich mich, warum das schönste und moderste, das wir haben, die Wörthersee-Arena, so ausgespart wurde wie generell der Süden, der in Klagenfurt vom Spitzenfußball ausgehungert ist.
Schwer abzuschätzen, ob wir überhaupt eine Chance hätten bei einem potenten Gegenkadidaten wie Weltmeister Spanien, der ganz sicher mehr Fans auf die Beine bringen würde als wir – und so nebenbei die Nachwuchs-Euro auch als Generalprobe für die große WM-Endrunde 2030 (mit Portugal, Marokko, Uruguay, Argentinien) verkaufen könnte. Was also macht man, ganz Fußball-Politik(er), um der im Clinch mit der aktuellen FIFA-Spitze liegenden Uefa das Goderl zu kratzen? Da kennt der ÖFB-Boss Josef Pröll kein Pardon, da betont er lautstark wie die kleine Maus, die brüllt, dass Österreich gegen die Wiederwahl des umstrittenen FIFA-Präsidenten stimmen werde, genug wäre schlussendlich genug des Autoritären. Motto: Infantino No! Howgh oder Huk, wie die Indianer sagen: Sepp hat im seiner ganzen Fülle gesprochen!
Schön, wenn man als ausrangierter, aber von Rechts nach Links gut vernetzter Politiker von gestern so eindeutig Farbe bekennt, nicht wahr! Stellt sich nur die Frage, ob die aktuelle(n) Momentaufahme(n) auch noch gültig ist/sind, wenn im März gewählt wird. Und dabei entsinnt sich ein alter Hase wie meine Wenigkeit, dass wir schon 1998 vor der WM-Endrunde im falschen Dampfer saßen, als sich Polit-Manager Mauhart und Co ganz auf den Schweden Johansson als Havelange-Nachfolger eingeschworen hatten, die große Mehrheit aber Sepp Blatter aus dem Ärmel schüttelte, der dieses Prozedere unter Fußballbrüdern wohl nie vergessen hat. Darum sei von Sepp zu Sepp zur Erinerung an damals darauf hingewiesen, dass zu vorlautes Reden nur Silber, taktisches Schweigen aber Gold sein kann…
