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ÖSV-Routiniers im Doppelpack oder: Neue Sterne fallen nicht vom Abfahrtshimmel

Die Ski-Damen wurden in Killington, Vermont (USA), vom teuflischen und keineswegs himmlischen Wind verweht, für die Herren hingegen ging´s mit 24 Stunden (Schneeräumungs-)Verspätung in Lake Louise (Can) doch über die Abfahrtsstrecke. Und wieder schlug´s die Stunde für die Österreicher, die nach Platz 2 des inzwischen verletzten Leitinger (Sölden RTL) und dem Parallel-Doppelpack in Lech-Zürs (Hirschbühel-Raschner) den nächsten Doppelschlag in geradezu klassischer Reihenfolge feierten – der zweifache Olympiasieger Matthias „Motl“ Mayer triumphierte vor Doppelweltmeister Vinzenz Kriechmayr! Sie wiederum ließen im Duett das Eidgenossen-Duo Feuz und Odermatt hinter sich  und bereiteten den Norwegern um Comeback-Kid und Shiffrin-Herzblatt Alexander Aamodt Kilde (9.) ein Waterloo in den Rocky Mountains.

Kaum hatte Doppelweltmeister Vinzenz Kriechmayr vorgelegt, wurde er von Doppelolympiasieger Motl Mayer überholt.

Dass sich Kilde als Trainingsschnellster gerade noch unter die Top 10 schieben konnte, mag überraschend gekommen sein, auch wenn die Piste offenbar immer mehr nachzulassen schien. Keine Sensation ist es längst, das es höchstens ein paar wenige, mit einem Übermaß an Talent ausgestattete Ausnahmen gibt, die keine Endzwanziger oder gar Dreißiger sind, die um Siege und Podestplätze fahren. Das Material von heute und die Fliehkräfte, die auf immer schnelleren, bestens präparierten Pisten auf die Läufer wirken, verlangen eine immer längere körperliche Anpassungszeit – ebenso wie die Streckenkenntnis der Abfahrten, die im Weltcup ganz andere, härtere, schwierigere Anforderungen stellen als in den meisten relativ kurzen Europacuprennen.

Was das Podest von Lake Louise betrifft, so gewann mit Mayer ein 31jähriger vor dem 30jährigen Kriechmayr und dem 34jährigen Beat Feuz, während sich Odermatt als einziger U25-Läufer unter die Top 6 schieben konnte. Es wäre also, wie die eindeutige Statistik beweist, von den Jung-Twens unter unseren Abfahrern allzu viel verlangt, von ihnen womöglich Podestplätze zu erwarten. Viel mehr sind bester körperlicher Aufbau, kräftige Muskeln, harter Schädel und mit Geduld auch Durchhaltekraft verlangt. Mehr denn gilt vor allem in der Abfahrt jetzt die Regel: Speed-Spezialisten müssen langsam reifen, weil sie unter den neuen Voraussetzungen nicht mehr vom Himmel fallen.   

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