Website-Icon Metzger.Live

Philippinen-Tennisstar Eala wird von WTA für Nationalstolz statt „Zwangsarbeit“ bestraft

Man kann sich nur wundern, was es alles gibt im Weltsport. Aus aktuellem Anlass ausnahmsweise geht´s dabei nicht um die FIFA oder deren umstrittenen Präsidenten Infantino, über den Montag im Servus-TV eher sinn- bis erfolgslos debattiert wurde. Nein, diesmal dreht es sich um Tennis, genauer gesagt ums Damen-Tennis, die WTA und dabei schlussendlich um die philippinische Sensation Alexandra Eala. Die bis vor eineinhalb Jahren nicht einmal als Exotin wahrgenommene junge Dame, die sich von jenseits der 1000 bis auf Platz 18 hochgespielt hat, ist aus Nationalstolz in die (Zwick) Mühlen der Rivalität zwischen der WTA und dem Weltverband samt nationalen olympischen Komitees geraten.

Wer kein Insider der Szene ist, der wird sich fragen: Worum, bitte schön, geht´s eigentlich dabei? Was ist der Grund, warum die WTA den ersten, bisher einzigen Tennis-Kometen aus den fernöstlichen Inseln zumindest mit einer hohe Geldstrafe belegen, wenn nicht kurzzeitig sperren will? Deshalb, weil Frau Eala die Teilnahme an den Asian Games in Nagoya dem für WTA-Topspielerinnen (auf dem Papier) verpflichtenden Start beim Masters in Peking vorgezogen hat. Den Antrag von Eala wie des Philippinen-Verbandes, aus guten patriotischen Gründen eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, hat die WTA abgelehnt.

Jetzt will ich mich gar nicht fragen, warum die WTA in diesem konkreten Falle offenbar päpstlicher als der Papst agiert und reagiert, stelle aber die berechtigte Frage, wie es überhaupt zu dieser fatalen Terminkollision von zwei Großveramstaltungen hat kommen können. Sage keiner, die WTA hätte das  nicht gewusst. Schließlich gibt´s ja auch eine chinesische Olympiasiegerin oder deren ebenfals schlagkräftige Landsfrauen, dazu  Töchter Nippons, die sich im Damentennis etabliert haben, und weitere gute Spielerinnen aus dem ehemals sowjetischen Seidenstraßenraum. Ich persönlich empfinde es gelinde gesagt als bürokratische Schikane der Tennisfrauen-Vereinigung, einen ihrer Topstars von morgen dafür bestrafen zu wollen, dass sie selbst einen Turnierkalender akzeptiert hat, in dem sich zwei Groß-Events überschneiden.

Und jetzt sitzt Alexandra Eala nicht als Täterin, sondern als Opfer zwischen zwei Stühlen. Ich poersönlich kann nachvollziehen, dass der Jungtwen  den Kampf um eine historische Medaille oder gar eine Goldene für ihr Mutter- und Vaterland in einem Bewerb, der nur alle vier Jahre stattfindet, einem noch so hoch dotierten Turnier vorzieht, das alle Jahre wieder auf dem Programm steht. Jedemfalls hab ich dafür mehr Verständnis als für Unsummen, die dem Mittvierziger-Williams-Sister-Act für sieglose Comeback-Niederlagenserien auf Kosten aufstrebender Talente mit volller WTA-Zustimmung ins ohnehin schn volle Geld-Börserl gesteckt werden. Die andererseits so rigorose Frauenvereinigung sollte sich für diese Doppelzüngigkeit, die leider alles andere denn ene Öeking-Ent ist,  eher schämen… 

Die mobile Version verlassen