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Radsportliche Gretchenfrage: Wie lässt sich das Phänomen Pogacar enträtseln?

Jetzt hat er endlich erstmals auch in Alpe d´Huez gewonnen, dem legendären elf Kilomdeter kangen Serpentinen-Anstieg zum radsportlichen Wallfahrtsort vor allem der Oranje-Fans, obschon heute dort kein Holländer mitmischte. Sein fünfter Etappenstreich heuer, sein 26. Tagessieg  alles in allem. Was soll man dazu noch sagen!? Es fehlen einem die Worte. Womit die Frage zurückbleibt, die da lautet: Wie macht das nur Tadej Pogacar, 27, der neue Kannibale auf den Spuren der belgischen Allzeitegende Eddy Merckx? Mit seinem zum Greifen nahen, fünften Tour-de-France-Erfolg würde er Merckx ebenso einhlolen wie Anquetil, Hinault und Indurain ,sollte ihm auf dem Weg nichts zustoßen oder er doch noch ein im UAE-Team grassierendes Virus erwischen.

Ehe Paris, l´Arc de Triomphe, Champs Elysse und Siegesjubel auf ihn warten, geht’s morgen noch einmal nach Alpe d‘ Huez, nur von der anderen Seite. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob sich der alles überragende, alles exakt ausgeklügelnde, perfekt einteilende Pogacar sagt: Da doppelt angeblich besser hält, werd ich zum Wiederholungstäter! Oder aber lässt ergönnerhaft einmal anderen den Vortritt mit Etappensieg. Rampenlicht, Bergpreispunkten und mehr als nur eim bisserl Kleingeld. Es sei denn, er will demonstrieren, dass er mit der Konkurreenz wie heute macht, was er will, weil er eine Klasse besser is als die Gegnerschaft, von der ihm der Däne Vingegaard und der Deutsche Lipowitz durch Aufgabe nach schweren Sgtprzen abhanden kamen. Aber beide hatte er (sattel) fest im Griff gehabt.

Wenn einer wie Tadej Pogacar so überlegen ist, dann sind vor allem die moralisierenden, sauertöpfischen Gutmenschen die ersten, die zwar nicht mehr lauthals so schreien wie früher gegen Armstrong, aber hinter vorgehaltener Hand zu verlängerten Armen und Sprachrohren doch flüstern: Haltet den Dieb, der und die Butter vom Brot nimmt! Eben so, wie man es unersättlichen, siegeshungrigen Kannibalen enachsagt. Gegen diese Pauschalverdächtigungen stemmt sich ein mir bestens bekannter Tour-Radler von einst, der über die generelle Doping-Unterstellung des immer noch 160 Fahrer starken Feldes lieber nichts sagt.

Dafür aber erklärt er die eklatante Überlegenheit des Phänomems Pogacar nicht mit geheimnisvollen, der Konkurremz noch nicht bekannten Mittelchen, sondern in erster Linie mit dessen biochanischen, fast geometrischen Vorteilen körperlicher Abmessugen, die es nur alle Jubeljahre einmal bei einem Topstar gäbe – vom helmbedeckten Scheitel bis zur schuhbedeckten Sohle. Schlichtweg auch so etwsas wie ein sportbetreibendes Wunder der Natur.

Wenn sie mich fragen, dann ist sicher nicht alles, aber doch einiges dran an dieser These, denn Armstrong inklusive hat es von Generation zu Generation letztlich immer wieder einen Supermann gegeben, der dem wichtigsten Radrennen des Jahres seinen Stempel aufgedrückt hat – erst war´s Jacques Anquetil in den 50er und 60ern, dann Merckx in den 60er- und 70er, danach Hinault bis 1985, ehe der Jagdschuss für Greg LeMond in den Hintern ging, und dafür Indurain in den 90ern seine Skiegesserie antrat, bis mit dem gefallenen Ossi-Schwarzwald-Engel Jan Ullrich auch Lance Armstrong als geheiltes Krebsopfer zum Gottseibeiuns der – von Gutmenschen an den Rand des Abbruchs gebrachten – Radsport- und Rennsport-Szene wurde.

Darum gibt´s ein (Ausnahme-Star) -Loch von 2006 bis Tadej Pogacar mit seinem erst fast verloren geglaubten, dann gewonnenen Duell mit Vingegaard, verbunden mit Klassiker-Siegen und Giro-Triumph (2025). Er ist, wie die Vorgänger, die unumstrittene Nummer 1  nicht nur der Tour, sondern des Profiradsports geworden. Sozusagen der unschlsgbare Primus inter Pares. Bin schon gespannt, welche sportlichen Streiche sich Pogacar  noch einfallen lässt. Oder auch er irgendwann zum gejagten Objekt einer Skandal-Begierde wird. Darin sind vor allem die Deutschen  ja Weltmeister…

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