Wer noch dazu auswärts gegen den slowenischen Meister 2:0 führt und in letzter Minute doch noch den Ausgleich kassiert wie die Salzburger Bullen von Trainer Danny Röhl, der mag verständlicherweise mit dem Schicksal hadern. Und so hörte es sich auch bei den Interviews nach dem 2:2 bei Celje an, wo zwei verlorene Punkte beklagt wurden statt ein Punkt aus Slowenien dankend mitgenommen. Immerhin unbesiegt nach der Klatsche gegen AC Milan….
Auf den ersten Blick nach Torverlauf stimmt das natürlich zusätzlich zweier verjuxter Tabakovic-Chancen, es hatte sich aber nach dem Spielverlauf vor allem nach dem Anschlusstor der Slowenen abgezeichnet., das sich das Match drehen könnte. Wie sich die Bullen durch fehlerhaftes, unpräzises und oft riskantes Abspiel selbst in Bedrängnis brachten, war ebenso unübersehbar wie die Tatsache, dass der Schiedsrichter bei zwei eher strittigen Elfer-Situationen die Augen zugedrückt und die Stange zudem ein fast sicheres Gegentor verhindert hatte. Und selbst der Kommentator des bulligen Servus-TV kam nicht darum herum zu beklagen, dass der Slowenen-Meister im Spiel gegen den Ball den darin vermeintlich besseren Spezialisten Salzburg 5 zu entwaffnen vegonnen hatte…
Auch wenn Fußball ein Ergebnissport ist, auch wenn die drei Jahre lang titellosen Bullen von 16 oder 17 Spielen nur jenes gegen Milan verloren haben – spielerisch habe zumindest ich selbst im Vergleich zu Celje, das schöner und besser kombinierte, kaum oder wenig Fortschritte gesehen. So sehr heutzutage mit Bilanzen und Statistiken ebenso herumgeworfen wird wie mit Anglizismen oder Wortkreationen a la Diagonalpass in die Schnittstelle, so wenig können aufgeblasene Hülsen das Wesentliche, nämlich fussballerische Qualität, ersetzen. Auch damit wird sich Salzburg auseinandersetzen müssen, weil es auf Dauer kaum gelingen wird, mit unterdurchschnittlichen Leistungen überdurchschnittliche Resultate zu liefern. Punktum.
