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Siegeszug von Rapid samt Frage, was er wirklich wert ist

Im Weststadion, das Allianz-Arena heißen darf, hängt der Himmel derzeit voller Geigen. Aus den vor kurzem noch Rohrkrepierern in Grünweiß sind wieder Kanoniere wie im alten Tagen geworden, die treffen und treffen, siegen und siegen. Und aus dem dänischen Trainer Hoff-Thorup, im Frühjahr  gelinde gesagt noch angezweifelt, ist jetzt ein Heilsbringer geschlüpft, der mit Verspätung zu halten scheint, was man sich von ihm versprochen hatte bei seiner Verpflichtung, die alle überraschte damals.

Ja, die Bilanz kann sich fürwahr sehen lassen mit zehn Siegen in elf Spielen in der Meisterschaft, dazu noch Erfolg im Cup. Ja, welch ein Comeback, das sich sehern lassen kann. Ja, es läuft wie geschmiert – wie gestern beim  halben Dutzend gegen den Abstiegskandidaten Wolfsberg. Und wenn nicht wie vor kurzem im Derby, dann helfen Ineffizienz in Violett und Glück des Tüchtigen in Grünweiß darüber hinweg. Fazit also: Rapidler-Herz, was willst Du mehr nach jahrelangem Schmerz?  Mehr als siegen kann man ja bekanntlich nicht…

Auch wenn das prinzipiell natürlich stimmt, auch wenn ich keine Kassandra spielen will, die das schlechter redet, als es ist – man kommt nicht darum  herum, dass es sich um eine Siegesserie in einer besseren Dorf-Liga handelt, deren Vereine mit wenigen Ausnahmen, siehe LASK in der Königsklasse, international leider oft genug zu Schießbuden degradiert werden. Das wieder ist dem grünweißen Rekordmeister erspart geblieben, weil er gegen das schottische Mittelmaß Heart of Midlothian selbst die Conference League, Trostpreis für Gescheiterte, verpasst hat. Im Gegensatz zu den Linzern, Salzburgern, Grazern und sogar des Erzrivalen Austria, der glücklos so verliert und verliert wie Rapid eindrucksvoll gewinnt und gewinnt.

Allerdings frei von internatiomaler Doppelbelastung, unter der sogar Millionenklubs mit Starparaden manchmal leiden, weil rundum die Gegnerschaft stärker, die Dichte dichter, die Ausgeglichenheit größer geworden ist. Wobei Österreich in dieser Hinsicht, LASK partiell ausgenommen, alles andere denn zu den Vorreitern unter Außenseitern gehört. Das wieder relativiert die tolle Bilanz der Rapidler, die aber, wie die Dinge derzeit liegen und die  Auguren vorhersagen, nächstes Jahr die Chance bekommen sollten, auf Europacup-Ebene die Trendwende zu bestätigen. Und damit solwohl den Verlust an sportlichem Wert und verpasstem Geld zu korrigieren. Erst dann wird man zum Heilsbringer in Hütteldorf. Alles andere bleibt, auch wenn man mich des harten Wortes kritisieren oder als Kassandra verteufeln sollte, nur provinzielle sportliche Inzucht…

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