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Szoboszlai: Zwischen Träumen, Schäumen und Realität

ap

Es ist eingetreten, was für ganz normale Realisten, nicht nörgelnde Pessimisten zu befürchten war. Die knallharten Schützlinge des knallharten, enthusiastischen Atletico-Madrid-Trainers Diego Simeone machten hinten so dicht, dass es kaum Durchkommen gab für die roten Bullen aus Salzburg – und packten sie dann, wenn sich die Chance bot, eiskalt bei den Hörnern. Immerhin kann sich RB Salzburg beim FC Bayern bedanken, der Schrittmacherdienste leistete. Andersrum: Raus aus der Champions League, aber wieder rein in die Europa League, in der alles, nur keine Blindgänger auf den österreichischen Serienmeister warten.

Wer gehört und gelesen hat, welch euphorische Achtelfinal-Hoffnungen bis Aufstiegs-Prognosen es vor dem Anpfiff gegeben hatte, der musste darob den Kopf schütteln. Eine Frage lautete: Wer schießt die notwendigen RB-Tore gegen Atletico? Eine andere: Wo wird Dominik Szoboszlai landen, um den sich alle Spitzenklubs Europa angeblich so reißen wie um unser aller David Alaba? Ja, ja, beim Griff nach den Sternen kann man leicht auf dem harten Boden der Tatsachen landen, wenn es sich beim Gegner um jenes Atletico handelt, das in der Primera Division bisher nur zwei Gegentore kassiert hat. Alles andere – nichts als Träume und Schäume.

Man muss „Goleador“ Hans Krankl als Sky-Kommentator jedenfalls beipflichten, wenn er meinte, dass es sich beim blutjungen Ungarn um eines der ganz großen Talente handelt in Europas Fußball, dass dieser aber noch lange nicht ausgelernt, ausgereift und so abgebrüht sei, um sein Potenzial auf höchster Ebene in Tore und Assists umzumünzen. Wär´s anders gewesen, hätte der Edeltechniker eine seiner Topchancen erfolgreich abgeschlossen, damit den Salzburgern eine Moralinjektion verpasst und die Hoffnung genährt, das Spiel trotz 0:1 noch drehen zu können. So blieb´s vergebliche Liebesmüh und zurück der Stehsatz: Was wäre gewesen, wenn … Im Konjunktiv, das müssen wir uns eingestehen, gehören wir zu den Allerbesten.

Einerlei. Angesichts der Tatsache, dass die Fluktuation bei den Salzburgern groß, der Aderlass hoch ist, die Topspieler immer wieder verkauft und durch junge, hochveranlagte Talente aus aller Welt ersetzt werden müssen, ist die Bilanz der rote n Bullen aller Ehren wert. Würden andere Vereine alle paar Monate so rotieren müssen, wer weiß, ob sie das ebenso gut verkraften würden wie die Mannschaft von Trainer Jesse Marsch, einem stets freundlich-höflichen US-Amerikaner. Ihm kann ja kaum wer vorwerfen, negativer Kritikaster oder pessimistischer Nörgler zu sein, aber auch er musste eingestehen, dass seine Spieler halt noch um ein Quäntchen zu naiv oder zu jugendlich offensiv sind, um gegen einen mehrfachen Champions-League-Finalisten zu bestehen. Oder gar zu gewinnen. Jetzt gilt es einmal, auch in der heimischen Liga wieder den Meister hervorzukehren. Denn selbst da gibt´s längst keine Garantie mehr, dass Titel quasi Selbstläufer sind. Aufpassen Bullen, jetzt kommt erst der LASK auf euch zu…

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