Wenn sie jetzt hören, was ernstzunehmende Olympiasportler wie der frühere Kitzbühel- und Schladming-Sieger Linus Straßer an kritischen Worten von sich geben, aber unisono auch etliche andere Stars der Wintersportszene, dann werden Sie sich, verehrte Blog-Leser vielleicht daran erinnern, dass ich die Vergabe dieser Wintersoiele von einer Eecke Norditaliens zur anderen als beispiellosen olympischen Schildbürgerstreich kritisiert habe, Grafik der Event-Orte inklusive. Auch eine der tollen Sch(r)öpfungen des inzwischen emeritierten IOC-Chefs Bach, der immer schlimmere Desinformation benützt hatte, im die Milano-Cortina-Spiele als Nonplusultra einer Rückkehr des Wintersports nach 20 Jahren (Turin) in die europäische Kernzone hochzujubeln. In Wahrheit wurde der olympische Gedanke, dass die Spiele die Sportler: Innen aus mehr als 120 Nationen in einem Dorf einen sollten wie ehedem in Barcelona, wo sich die US-Dreamteam-Basketballer als Millionenverdiener den Habenichtsen der Sportszene zumindest den Wunsch nach Autogrammen erfüllten, m it Fäüßen getreten. Heute habe ich gelesen, dass sich Alpinchef Mitter mehr als diese vier lumpigen Medaillen verdient hätte, da er doch mit 6-Stunden-Autofahrten ständig zwischen Bormio an der Schweizer und Cortina nahe der Grenze zu Österreich pendeln musste, ohne eines der zum Großteil zu vergessenden Rennen zu verpassen. Kurzum, er war so schnell wie die Golden Girls (Ari und Kathi), die das neue Duett-Format (Abfahrt die eine, Slalom die andere, was früher eine Person erledigen musste) dank des für sie gesteckten Kurses (von Alt-Damenchef Raimund Berger) zum Olympiasieg nützten, während sich die haushohe Favoritin Shiffrin auf zu geradem Wege so einbremste, dass sie sogar langsamer fuhr als die Argentinierin Baruzzi-Farriol. Don´t cry for me USA, Gold nachgeholt.
Auch unser Credo lautet: Mn muss Feste feiern, wie sie fallen. Darum hat Damen-Cheftrainer land Assinger in vollster Überzeugung betont, dass die Damen erhobenen Hauptes heimfahren könnten oder konnten. Wenn dem so ist oder war, dann ist´s doppelt schade, dass sie den heutigen Abend nicht erleben durften, bei dem sich Livignesen, Bormianer und Milanesen mit den Antholzern, Fiemmesen und Cortinesengenau in der Mitte treffen bei der Seifen- statt der klassischen Oper, die sich Schlussfeier nennt. Würde mich wundern, wenn dort, wo im Sommer 2024 mit olympischem Aufwand und extremer Länge die Verdi-Oper Aida inszeniert wurde, also ausgerechnet dort, nicht eimner der berühmtesten Ohrwürmer intoniert wird, der Triumphmarsch heißt. Aber vielleicht ist er den Fortschrittgsgeistern, dke nach Skibergsteigen über Trppen vioelleichtd noch Breakdance auf Brett/Brettln ins Programm nehmen, zu antiquarisch oder old school, abschätzig gesagt.

Teresa Stadlober, 6. nach 3. zu Beginn bei 50km-Frauenpremiere. Sturzpilot Mandlbauer woie Vonn in Treviso.
Bevor unsere rotweißroten Helden in Innsbruck (Montag) den Heim-Reigen der Gratulationskuren in Angriff nehmen, womöglich von Tiroler Hofburg zu Wiener Hofburg mit de,m vom Turnen befreiten HBP, werden zwei unserer Olympiasieger (Flock, Hämmerle) die Fahnen voll Stolz in der (antiken römischen Circus-) Arena schwenken und sich das Staatsfernsehen im medialen Kollektivjubel vor Begeisterung überschlagen statt zu hinterfragen, wo und in welchen Bewerben der Großteil der prognostizierten 18 Medaillen gewonnen wurden – sechs im Eiskanal, 4 in Livigno, 4 auf Schanzen und Loipen, nur mickrige 4 auf den Alpinpisten, obwohl dort diese seltsame neue Team-Kombi (D/H) Premiere hatte. Im Einzel gab´s einmal Silber eines 28-jährigen Fast-Abgeschriebenen, einmal Bronze einer Dreiunddreißigjährigen, detto bei den Herren mit Feller, 33 oder mehr. Zukunft verkörpern im Skisport der KSC-Juniorenstar Embacher mit Abbruchgold (mit Hörl) und der Beute-Tscheche Svancer (Bronze Slopestyle Ski, das eher bei Extreme Games als Zirkusnummer verbleiben sollte)- und die Eisschnelllauf-Talenten mit zwei achten Plätzen, die schwerer wiegen als Fübnfte bis Zehnte nbei den kostenintensiven Alpinen. Wie werden die Großsponsoren reagieren?
Eine Frage, eine andere fragt listig: Wie legen wir´s jetzt an? Ist das Glaserl nicht mit 18 Medaillen mehr als halbvoll oder ohne Verdunkelungsgefahr eher zu 60 Prozent halbleer? Wenn wir schauen, wo wir überall nicht einmal Statisten waren und am Ende sogar noch bangen mussten, dass unser zweiter Bobpilot bei seinem schweren Sturz im Vierer noch relativ glimpflich davonkommt, dann überlasse ich Ihnen, werte Blog-Leser, selbst die Entscheidung, ob diese Winterspoiele aus österreicbischer Sicht und auch Zukunftsperspektiven im teutonischen Sprachgebrauch – wie vom ÖOC-Chef betont – ganz tolle oder – wie es kritischere, etwas tiefer schauende Leute behaupten – angesichts der Schwemme an Bewerben doch eher olle gewesen sind. Norwegen mit 5,9 Millionen gegen unsere mehr als neun Millionen an Einwohnern hat allein so viele Goldene auf dem Konto (41 Medallen overall) wie wir an Edelmetall, also 18. Unschlagbare Nummer 1 aber, das hab ich nicht nur unseren Medien entnommem, waren wir als Gastgeber im Österreich-Haus in Cortina. Da haben wir in aller touristischer Selbstlosigkeit auch denen, die uns zuvor sportlich gedemütigt hatten, den roten Teppich ausgerollt zum Tanz ums goldene Kalb oder die ebensolche Gams. Wenn das keinen Triumphmarsch wert ist, was dann?