Immerhin haben wir gottlob einen Luka Mladenovic und einen Christian Giefing, die für Bronze bzw. Ausrufezeichen in Paris sorgten. Der eine von den Salzburgern gut aufgebauter US-Legionär bei Bob Bowman in Texas, der andere bestens vorbereitet für Paris vom ungarischen Trainer-Legionär Balazs Fehervari, während es sich bei Enzo Diessl, dem einzig wirklich konkurrenzfähigen Pendant bei den Leichtathleten in Birmigham, um den Sohn eines Deutschen mit einer Argentinierin handelt, den es von Land der Gauchos aus beruflichen Gründen nach Leibnitz verschlug. Zufallsgenerator, bei dem echte Ausländer und/oder importierte Klasseleute als Ausnahmen von der oft peinlichen Versagerregel im Wettkampf mit etablierter, immer dichterer Weltklasse die Hauptrollen spielen.

Christian Giefing mit ungarischem Trainer Fehervari, der ihn punktgenau in Form brachte.
Wenn sich ein Großteil unserer Schwimmer und Leichtathleten, männlich swie weiblich, gerne in Selbstmitleid übt, das sich je nach medial mehr oder weniger gefütterter Selbstüberschätzung die Hand reicht in Niederlagen, sollten wir vor allem zu unseren eidgenossischen Nachbarn schauen. Ja, wie machen das nur die Schweizer, dass sie uns neuerdings nicht nur im Skisport m die Ohren fahren, sondern auch im klassischen Smmersport, ob Schwimmbecken, ob Laufbahn, Wurfkreis oder Sprunganlage eine ;Lektion erteilen? Schlag nach bei Noe Ponti und Co in Paris, bei Angelica Moser etc. in Birmingham. Selbst dann, wenn der eine oder andere Neidgenossen-Star ab- oder nach Pausen kürzer tritt, tauchen – anders als bei uns, wo Nachhaltigkeit ja normal zweitrangig bis Null ist – immer wieder neue neue Namen auf, die Lücken füllen.
Und wenn unseren Hoffnungen oft die Felle im wahrsten Sinn des Wortes davonschwimmen, dann hört man weder im Fernsehen noch Printmedien kaum ein Wort der Kritik, sondern höchstens die skurrile Erklärung, dass die Konkurrenz einfach zu groß und stärker ist als vorher gedacht1 Dass mit wenigen Ausnahmen wir Limits zu nieder angesetzt oder aber im Training etwas falsch gemacht haben könnten im Countdown zu den Saisonhöhepunkten, davon hört man nichts.
Was die Schwimm-EM in Paris betrifft, so ist das ja nicht weiter verwunderlich, wenn die Interviews, die der ORF aus Paris einspielt, vom Pressechef des Verbandes geführt werden. So erspart der OSV mit seinem Präsidenten, einem Advokaten, dem leider die drei griechischen (Synchro-) Golddukaten – offenbar ohne Ablöse für 14 Jahre bezahlte Förderung – durch die Lappen gegangen waren, dem gewogenen Staatsfunk einen Reporter und vor allem Kritik an seiner Person und dem Verband, bei dem sich so nebenbei DDR-Methoden schlimmsten Gedenkens eingenistet haben. Und der nur von wei, drei Ausnahmen lebt, die es nicht verdienen, mit zweit- bis viertklassigen Mitläufern, wenn nicht Sport-Touristen, in einen Topf geworfen und einem Atemzug genannt zu werden.