Während der Weltcup mit Abfahrtstrainings in Andorra (Bestzeit Ortlieb) und Garmisch (Bestzeit Franzoni) fröhliche Urständ nach Olympia feierte, gibt s diese Woche mit FIS-Rennen aller Orten auch eine Standortbestimmung, wo der Nachwuchs steht. Unsere Talente, um das zu präzisieren. Heute zum Beispiel gab´s im Slalom einen ÖSV-Vierfachsieg in Zams bei Landeck, angeführt von Jakob Greber, dem Sohn des ehemaligen Weltklasse-Speed-Fahrers und Olympiasechsten 2002. Jung-Twen Jakob, 22, ist auch schon Weltcup gefahren, wenn auch nicht atemberaubend. Aber wann sonst, wenn nicht jetzt, sollte er sich die Hörner abstoßen? Um den etwas älteren Joshua Sturm, Greber und vor allem talentierte Teenager und bisher noch unerfüllte Hoffnungen wie Pramstaller müsste ein neues Team aufgebaut werden, in dem ….
… ja, man kann es kaum glauben, stimmt aber, dass nach der heuer schwächelnden Valentina Rings-Wanner endlich wieder ein alpiner Läufer des Kitzbüheler Ski-Clubs den Sprung zur Spitze schaffen könnte – nicht nur, aber auch ein bisschen seiner verwandtschaftlichen Verbindung wegen. Der 19-jährige Stams-Schüler. Dort betreut vom Ex-ÖSV-Kombiherren und Damenchef Kriechbaum, steht er auch unter den Fittichen des Hias-Leitner-Sohnes Christian Leitner, unter dem etwa der Finne Palander anno 1999 sensationell Slalomweltmeister und später noch RTL-Weltcupsieger geworden war. Bei Lisch handelt es sich um den Sohn der Leitner-Lebensgefährtin. Sehr gute Grund-Voraussetzungen, da Leitner ja die Trainingszentren seiner Ski Academy (Sitz Mittersill) im Kitzski-Raum im Winter, dann in der Schweiz und im Herbst in Levi, Finnland hat. Heute wurde Lisch immerhin Zehnter als einervJüngsten, kam durch.im Gegensatz zu Johannes Strolz,im ersten Lauf nur etwas schneller als Lisch…

Warum es seit Jahrzehnten, seit Hansi Hiterseer und dem Abfahrer Feirsinger (einmal Streif-Fünfter oder Sechster), keine alpinen Rennlaufstars in Kitzbühel gibt wie in den sel.igen Wunderteamzeiten um Sailer und Co.erklärt der KSC-Präsident, Hahnenkamm-Klassiker-Chef und FIS-Vorstandsmitglied Doktor Michael Huber mit einer gesellschaftlichen Veränderung, die der Gamsstadt die Ski-Söhne- und Töchter entziehe. Inwiefern, bitte vielmals? Huber: „Weil viele Familien mit ihren Kindern die Stadt verlasen (haben) und die, die kommen, wenig bis nichts mit Skisport zu tun haben!“ Eher wichtig sind, um die Gastronomie und Hotellerie am Leben zu erhalten.
Trotzdem steht der Kitzbüheler Ski-Club dank seiner Nordischen mit Olympiasieger und Mehrfach-Juniorenweltmeister Stefan Embacher, Biathlon- Exweltmeisterin Lisa Theresa Hauser oder auch der eingebürgerten Buckelpistenakrobatin aus den USA, Avital Carrol und einigen anderen mehr in der ÖSV-Auslage, wobei ein Goldjunge wie Nightingale, der seit 20 Jahren in Westendorf daheim ist, aber für Großbritannien in Livigno (Mixed-Snowboard-Cross) siegte, dem sonst so gefragten KSC durch die Lappen ging.
Aber dass so viele andere aus der näheren oder msnchmal weiteren Umgebung zum KSC kämen, so betont Huber nicht ohne Stolz, hätte rein gar nichts mit einer Einkaufspolitik zu tun, sondern eher mit den vielen Möglichkeiten, die die Gamsstadt mit Skizirkus, Loipen und den drei kleinen Sprungschanzen oberhalb des Hinterseer-Hotels und den Klub-Aktivitäten zu bieten habe. „Beim Goldi-Cup“, so erinnert sich Huber, „wurde seinerzeit der Embacher entdeckt. Und der hat auch noch Geschwister und Cousins!“(Mathias Embacher österr. Meister in Schülerklasse 1)“. Und die alle auf den Kitz-Schanzen quasi nebenan klein anfangen müssen, die ihnen so offen stehen wie anderen Skisportlern der Zugang zu Pisten, Loipen etc. Das sei auch, so Huber, den KSC-Prinzipien geschuldet. „Bei uns gibt´s kein Kirchturm-Denken, wir sind weltoffen!“ Trotzdem wär´s noch vielnschöner, würde es bald einen großen Alpinsohn aus Kitzbühel geben. Muss ja nicht gleich ein schwarzer oder weißer Blitz sein wie Sailer und Molterer.