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Was bedeutet fataler Ausfall der Liensberger-Kathi für Truppe-Kathi und Slalomdamen?

Na, das Jahr fängt ja „gut“ an! Eigentlich hatte ich vor, etwas zum Afrika-Cup und Österreichs WM-Gegner Algerien zu schreiben, der sich mühelos für das Achtelfinale am Dreikönigstag gegen das für uns unbeschriebene Blatt der Demokratischen Repubkik Kongo qualifiziert hat. Aber dann kam am zweiten Tag des Olympiajahres der fatale Trainingssturz von Katharina Liensberger dazwischen, die sich die Olympischen Spiele auf jener Piste, auf der sie sich vor fünf Jahren als Slalom-Weltmeisterin von Cortina d´ Ampezzo vergoldet hatte, nur noch aus der TV-oder Zuschauer-Perspektive anschauen kann. Ein persönlicher Schicksalsschlag fdr die inzwischen 28-jährige, die zuletzt allmählich wieder dort anzuschließen gehofft und auch gezeigt hatte, wo sie schon gewesen war – trotz einer Shiffrin!

Man muss kein  Beckmesser sein, um zu wissen, was dieser Ausfall bedeutet, nämlich nichts anderes als das unleugbare Faktum, dass damit die Konkurrenzfähigkeit im olympischen Medaillenrennen auf eine Slalomläuferin geschrumopft ist, die Katharina Truppe heißt und die im Vorjahr in Are die letzte Siegerin zwischen den Torstangen war, ehe die unaufhaltsame Shiffrin-Serie begann. Was das wieder bedeutet, kann man sich auch ausmalen, denn jetzt liegt der Druck nur noch auf den Schultern der Kärntner Bauerntochter vom Faaker See, die auch heute noch sommers über am Bauernhof mit Hand anlegt und auch die Kühe melkt, wenn´s sein muss…

Aber weder Weltcup noch und schon gar nicht Olympische Spiele sind Wettrennen um Sympathiewerte, sondern verlangen vollste Konzentration ebenso wie die mentale Kunst, alle Einflüsse von außen abzublocken und wegzustecken. Und ohne Schuldzuweisungen sei angemerkt, dass meiner bescheidenen Meinung nach zu lange an (nur arithemisch gerechtfertigten)  Mitläuferinnen festgehalten hat, was auch für andere Disziplinen gilt, womöglich gar aus der Angst, nicht aufgestelllte, aber an FIS-Punkten qualifizierte Athleten könnten ihr Startrecht auf juristischem Wege einklagen. Das wäre ja so, als wäre ein Happel gezwungen worden, nach Statistik und nicht nach seinem untrüglichem Augenmaß seine Mannschaft aufzustellen.

Als älteres Semester, das noch erlebt hat, wie ein intellektueller Rennsportleiter wie Professor Franz Hoppichler einen Aufstellungsslalom fahren musste, um die damals noch mächtigen Skifabrikanten zu befriedigen, halte ich es für ein gröberes Versäumnis, dass erst vor kurzem die Next Generation partiell für den Weltcup nominirt wurde statt ihr schon viel früher die Chance zu geben, sich ins Establishment zu tanzen swie zuletzt eine Nathalie Falch, die die Gunst der Stunde am Semmering zu einem Top-12-Platz nützte. Nur Übung, so sagt der Volksmund, macht den Meister.. Vielleicht sollte sich der ÖSV, auch wenn da und dort die frohe Botschaft verkündet wird, dass wir im Alpin-Nationencup (auch der Ausfälle des Swiss-Trios Gut-Behrami, Gisin und Suter wegen) wieder vorne sind, ein Beispiel an Teenagern und Twens wie Colturi oder Ljutic nehmen. Mitunter bestraft die Skigeschichte auch die, die zu  spät zur richtigen Erkenntnis kommen…      

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