Hoch lebe Andrea „Kimi“ Antonelli, dreimal hoch! Jüngster Formel-Weltmeister aller Zeiten mit 20 Jahren und 68 Tagen. Erster italienischer Champion seit 73 Jahren, seit dem später tödlich verunglückten Alberto Ascari anno 1953. Unverwechselbares Bubengesicht aus Bologna, das Geschichte schrieb in einem Alter, in dem er in seiner Heimat zu jung wäre, um ein Leihauto steuern zu dürfen. Am Circuito Hermanos Rodriguez, dem Kurs der verunglückten Rennfahrerbrüder aus Mexico, demonstrierte der Jungtwen eine Reife, mit der er ungefährdet als Dritter hinter dem viermaligen Weltmeister Verstappen und dem siebenmaligen Champion Hamilton (Foto) aufs Podest und zu seinem ersten Titel fuhr, für den schon ein 9. Platz gereicht hätte.

So cool der italienische Kimi wie einst Iceman Kimi Räikkönen (als letzter Ferrari-Chanpion 2007) seine Runden gedreht hatte, so sehr übermannten den bubenhaften Weltmeister die Emotionen, als die mexikanischen Veranstalter die Arie „Nessun dorma“ aus dem Puccini-Meisterwerk Turandot einspielten, gesungen von Luciano Pavarotti, Lieblingslied von Antonellis Großvater. Da flossen beim Kind im Manne die Tränen der Rührung, da verschlug es ihm bei der Pressekonferenz die Sprache. Seid umarmt, Emotionen.
Siehe da, welch ein Mensch in einem sonst so knallharten Business, in dem es wie auch in Mexiko immer wieder knallt, gottlob in heutigen Zeiten nicht mehr so fatal und letal wie früher. Ein Millionengeschäft, das auf einen charismatischen Typ wie Antonelli gewartet hatte wie auf ein Geschenk des Himmels. Die Türe zu weiteren Titeln, so scheint es, steht sperrangelweit offen. Und ganz sicher auch die Türe zu Ferrari, das sich fürs Springpferd so ein Springinkerl sehnlichst wünscht. Ich bin mir sicher, dass die Erben des Commendatore alles versuchen werden, um aus dem Mercedes-Sternsinger einen Ferrari-Star zu machen, mit dem sie nach Michael Schumacher und Kimi Räikkönen wieder die ganz großen Sprünge machen können. Wetten, dass es nur eine Frage der Zeit ist…