Während viele Olympiasportler beklagt haben, dass sich angesichts der weit auseinander gelegenen Wettkampfstätten der olympische Geist verflüchtigt hätte, sprach die erste Frau und dazu noch (Zimbabwe-) Afrikanerin an der Spitze des IOC, Kirsty Coventry von einem historischen Zauber dieser dritten Winterspiele in Italien. Alles eine Frage der Perspektive und vielleicht auch der magischen Momente bei den Eröffnungs- und Schlussfeiern, die nach dem Motto inszeniert wurden: Seid umschlungen, Millionen!
Hereinspaziert, hereinspaziert, werte Olympiasportler aus aller Welt in die Arena di Verona wie ekinstg die Gladiatoren, die gegen Raubtiere ums Überleben kämpften im Gegensatz zur heutigen Generation, die an der Spitze der Kohorten entweder edles Metall im Visier hat oder – wie übrigens die Mehrzahl der heimischen Sportler – das alte olympische Prinzip hochhielt. dass die Teilnahme (mit Nachsicht aller Taxen) schon das Nonplusultra ist, das sich im eigenen Haus feiern ließ.

2030 wartet mit dem Eispalast in Nizza auch die Riviera mit den Hotelstränden am Boulevard des Anglais.
So etwas wie diesen olympische Schlussakt in dieser ans Colosseum in Rom erinnernden Arena hat es nie zuvor gegeben. Rom oder frei nach Joachim Fernau: Caesar lässt grüßen bei dieser grandiosen Inszenierung, bei der vor allem Guiseppe Verdi ebenso gehuldigt wurde wie Ballett-Tänzer: Innen und den rockigeren Bands von heute, also ein kultureller Bogen, der da über Jahrhunderte gespannt wurde, wobei ich nicht wirklich klug daraus wurde, dass ganz schön viel Mandarine oder andere fernöstliche Damen wie Herren in Landestrachten die Sportler: Innen am Rande begleiteten – Hauch an Turandot, oder? Man kann nur spekulieren, weil der Regisseur während der Arbeiten das Zeitliche gesegnet hatte. Also eine Unvollendete, die perfekt schien. Zurück bleibt die Frage. Ob bei den Salzburger- oder Bregenzer Festspielen ein Skispringer in voller Montur auf die Bühne hüpft oder ein Kufenflitzer über die Bretter eilt, die die Welt bedeuten. Overkill wie Auszüge aus Madame Butterfly, die offenbar ein Tribut an die mehrfach vergoldete Ex-Schwimm-Koryphäe Kristy, die als Allrounderkn ja auch Spitze als Schmetterling war…?
Ob Frankreich, die Grande Nation, dieses Arena-di-Verona-Spektakel übertreffen wird können anno 2030, das sei dahingestellt. Was die Zerrissenheit der Winterspiele betrifft, so dürfte es ein enges Rennen mit Livigno bis Antholz geben, wobei die Franzosen mit dem Nizza-Eispalast beim Airport am Boulevard des Anglais auch mit dem Mittelmeer wie einst Vancouver mit Pazifik oder Sotschi (darf man´s überhaupt noch erwähnen angesichts des 4. Jahrestages des Angriffskriegs der Russen?) mit dem Schwarzen Meer aufwarten können. Wer weiß, was den Olympiern noch alles einfällt, um möglichst viel Inkasso zu machen mit den nützlichen Gladiatoren; besser: Idioten, die gratis um den Medaillen-Marktwert von morgen rennen, springen, fahren, tanzen mit Triumphen, Tragödien, Dramen und Skandalen. Sorry, dass ich das so brutal ausdrücke.
Die fünf miteinander verbundenen, verschlungenen Ringe sind aber ganz sicher eine Garantie, dass die Kassa klingelt. So nachhaltig wie Verdi- oder Puccini-Opern werden Winterspielorte aber weder in Norditalien noch in Südfrankreich von den Alpen bis Nizza werden. Wetten, dass…