Ich widme mich heute einem Sport und Thema, das hierzulande mangelder Erfolge wegen auf wenig bis gar kein Echo stößt. Erraten, werte Blog-Leser, es handelt sich um Biathlon, das in Österreich und einigen anderen Skijäger-Ländern zwar zum nationalen Skiverband gehört, aber dafür einen eigenen Weltverband besitzt. Er heißt IBU (international Biathlon Union), die nach ziemlich heftigen Turbulenze mittlerweile wieder zur Ruhe gekommen ist. Zuletzt hielt sie in Berchtesgaden ihren Weltkongress ab, bei dem mit dem Slowenen Tim Farcnik nach dem turnusmäßigen Aus des Schweden Dahlin der einzige, abseits der Insiderszene eher unbekannte Kandidat zum neuen Präsidenten gewählt wurde.
Wen interessiert das schon, so werde Sie sich und m ich fragen? Warum sollte unsereins das was angehen? Ganz einfach, weil wir nicht nur wegen der kommende Hochfilzen-WM 2028 dabei, sondern auch im Vorstand des Weltverbandes mittendrin sind. Obwohl sich nach früheren Volltreffern der mittlerweile nicht mehr aktiven Kitzbühelerin Lisa Hauser die heimischen Loipenschützenjäger (innen) zuletzt eher als Rohrkrepierer erwiesen, so sitzt Rotweißrot sozusagen klammheimlich an den Schalthebeln der Macht. Wie das, so werden sie jetzt fragen? Weil der Osttiroler Christian Scherer, der als ÖSVGeneralsekretär bei einer Tür hinausging, bei der anderen Tür hineingehen durfte, um als IBU-Finanzchef im Vorstamd mehr als nur ein wichtiges Wort mitzureden, wie und wohin sich der nicht nur deutsche Publikumsmagnet Biathlon entwickelt. Sie kennen ja die Goldene Geld-Regel, oder?
Was das für Österreichs Biathleten bedeutet, lässt sich zwar schwer vorhersagen, ich hab aber noch im Ohr, Pardon: vor Augen, was Scherer in einem Kurier-Interview mit Christoph Geiler gesagt und angedeutet hat. Und das wäre, bitt´ vielmals? Dass es sich der ÖSV über lang oder kurz kaum mehr leisten wird können, mit dem Gewinn aus Alpinrennen und Skispringen die allzu vielen anderen Sparten zu finanzieren, darunter die Loipenjäger, dere Betreuerstab langsam aufwendiger zu sein scheint als das Reservoir an Top-Sportler: Innen.
Logischer Umkehrschluss: Biathlon wird sich auf eigene Beine und mit einer neuen Erfolgsgeneration rund um die mit Franzosen trainierenden Gandler-Tochter versuchen müssen, Sponsoreninteresse zu wecken. Dazu aber bedarfs keiner grauen Mäuse für Insider, sondern echter Galionsfiguren, die wie Magneten auf Zuschauer, Medien und Werbewirtschaft wirken. Das aber liegt in Händen wie Füßen der Schützenjäger(innen), nicht aber in der Macht von Finanzboss Scherer.
