Höck, wo the hell is Höck? Ja, so werden 90 oder mehr Prozent der Österreicher: Innen denken. Ein Name, der ihnen wenig bis nichts sagt, schließlich kam er in den Medien nur alle heiligen Zeiten vor, wenn überhaupt. Und wenn von heiligen Zeiten die Rede ist, dann kann unsereinsals bAugenzeuge mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Vinzenz Höck, kein von woher auch immer eingekauftes Produkt, sondern echter Steirer aus Graz mit langjährigem Trainingswohnsitz Innsbruck, dem heimischen Turnsport so etwas wie – wenn schon nicht heilige Zeiten – einen doch fast seligmachenden, heilsamen Schock versetzte.
Wie, wann und wo soll das gewesen sein? In Neapel, irgendwo im Süden am Rand der Hafen-Metropole, soweit ich mich an die Busfahrt von der Stazione Centrale wegh erinnere. JUnd was geschah ebendort? Es ereignete sich an sich ungeahntes Historisches aus österreichischer Perspektive mit mir als einzigem Ösi-Reporter auf Eigenkosten vor Ort – Vinzenz Höck, diese für fast alle (auf Fußball, Ski, Formel 1) fixierten Österreicher: Innen trotz Junioren-EM-Titel eher unbekannte Größe schwang sich bei der Universiade 2019 (Fast WM;Format) zu einem der Herren der Ringe auf. Jawohl, einem der Herrn der Ringe, denn Vinzenz Höck holte sich am Fuße des Vesuvs an diesem Geerät, das Hirn, Herz und Bizeps verlangt, die erste Turn-Medaille bei den Großen für Österreich seit dem Olympiasieg 1904 von Julius Lenhardt, also kin der ÖPiomierzeit. JUmnd mit Höck kam ein neuer Trendsetter nach 115 Jahren
Ja, das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Höck bewies, dass es keine Eintagsfliege war, sondern ein Felgaufschwung für die Grundsportart par excellence. Höck holte auch, was davor so unvorstellbar und unerreichbar schien wie manch ener de moch unerforschten Planeten des Universums, die Silbermedaille an den Ringen bei der Europameisterschaft, er war im Weltcup stets vorn dabei und nur Olympia – im Turnen die härteste aller Selektionen, weil die Direktqualififikation über Teams laufen – zeigte ihm die kalte SchuLter, vielleicht auch, weil die Uhr für ihn für Paris 2024 so gut wie abgelaufen war. Dafür war ja dann eines der Girls, die erkannten, dass man auch im Turnen stolz sagen kann: I´m from Austria, mit dabei, nämlich Kicker-Tochter jund Bodsen-Weltcupsieherin Charlize Mörtz. Und zuletzt gab´s Podestplätze für Leni Bohle. Alles mittlerweile fast Dinge der Selbstveständlichkeit, die vor einem Jahrzehnt noch für utopische Wahnvorstellungen gehalten worden waren. Aus frommen Wünschen ist Wirklichkeit geworden. Dafür würde Höck zum Rücktritt nach dem Silber-Ehrenzeichen noch ein Orden gebühren….

Höck war und ist icht einer der besten Katalysatoren, Botschafter und Galionsfiguren für den Turnsport gewesen, er hat auch gezeigt, dass man Erfolg an den Ringen und/oder anderen Geräten durchaus mit dem Studium verbinden kann. Als Turner ist Höck, der Geschichte geschrieben hat, mit seinem Rücktritt schon Vergangenheit, als mathematiacher Diplomingenieur aber am Anfang seiner zweiten Karriere, von der wir nicht wissen oder ahnen, was sie ihm und auch dem Turnsport bringen wird, dem er verbunden bleiben will. Also nicht anders als einst im Sommer von Napoli, als auch die meisten meiner Kollegen gar nicht wussten, dass es einen Vinzenz Höck überhaupt gibt. Er hat seine Disziplin so revolutioniert wie ehedem Markus Brier den Golfsport. Wäre schön, würde man sich medial um solche Trendsetter zumindest so kümmern wie um einen Formel-1-Teamchef a la Toto Wolff, der ja wahrlich keine sportlichen Höchstleistungen vollbringen muss, sondern fahren lässt. Und darüber wird stundenlang geschwätzt. Früher, warum er verloren hat, nun aber, warum seine Fahrer, Designer, Mechaniker etc. gewinnen.