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Zur 94er-Party von Frank Stronach, visionärer Magna Man, Milliardär, aber Mensch

Frank Stronach bat zu einer Geburtstagsparty der besondere Art – ins Village-Kino, wo sein Lebenswerk abgspult wurde, produziert von Moderator Oliver Feicht. Schließlich wird der kanadische Steirer am Montag stolze 94 Jahre alt. Nicht rüstig, sondern vital. Immer noch voller Ideen, als könnte man die Jahreszahl auf den Kopf stellen. Mann oh Mann? Zu wenig. Reicht nicht. Ein Mann, eine Vision, ein Imperium, diese Kombination hat ihn zum Magna Mann gemacht. Zum Milliardär, den hierzulande bis zur Jahrtausendwende so  gut wie niemand kannte

Weltweit hingegen war Stronach nicht nur bei den Kozernen ein Begriff. Erfolgreicher Unternehmer mit Automobilzubehör. Siegreicher Rennstallbesitzer, der Kentucky- und Breeders Cup gewann, dabei die Ehrenlogen wahlweise mit der Queen, mit Königen – er titelte übrigens auch die Scheichs so – und Politik-Granden teilte. Dazu Nr. 1 unter  den Pferdezüchter der Welt. Und schließlich wagte er sich mit dem Sanctus einer Tierschützerin auch noch an die Rinderzucht. Auch wenn er die Magna-Führung in jüngere Hände gelegt hat – seine aber noch lange nicht in den Schoß. Jetzt lässt er Mini-Elektro-Autos bauen, „Weil wir für große doch zu wenig Strom haben.“ Ein Visionär, aber mit g´sundem Hausverstand. Zwar Milliardär, aber in erster Linie Mensch.

Frank hat nie vergessen wo er herkommt Aus Weiz bei Graz. Ärmliche Verhältnisse. Vater Kommunist. Täglich Sterz, also Polenta. Volks- und Hauptschule, dann Werkzeugmacher. Solide Ausbildung, aber Lust auf mehr. Viel mehr. Auswandern war angesagt, egal wohin: Südafrika, Áustralien, USA oder Kanada? Die kanadischen  Behörden reagierten als einzige. Auf nach Rotterdam, 200 Dollar im Börsel. Klar Schiff  zum Abenteuer in Rotterdam. Neun Tage, denen Wochen an Arbeitssuche folgten. Sogar als Holzfäller hätte er notfalls gearbeitet, „ich war ja sportlich!“ Dann gab´s doch wieder Angebote als Werkzeugmacher. Was er als Arbeiter verdient hatte, sparte er auf eine Garage als Arbeitsplatz. Der kapitalistische Unternehmer mit  sozialer Ader war geboren. Und der unaufaltsame Aufstieg konnte beginnen. Der Visionär hatte sich durchgesetzt mit dem Credo: Geht nicht, gibt´s  nicht.

Weltweit, wie gesagt. Als ihn Ex-Kanzler Vranitzky und Ex-Präsidentschaftskandidat Streicher quasi in Kanada entdeckten, holten sie ihn zurück zu seinen Wurzeln, um auf der Insel der Seligen  zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen, denn Menschen ohne Arbeit können auch im Sozialstaat zur Gefahr werden. Darum hat Frank auch seine Mitarbeiter (bis zu 180.000) mit 10 Prozent am Gewinn beteiligt. Und das fordert er auch in seiner 7-Punkte-EcoNomic Charter für Kanada und  Östereich. Ob sie hier gut ankommt oder auf taube Oren stößt? Wer weiß, ob der Staat Österreich aus seinen Fehlern, um nicht zu sagen: Sünden, gelernt hat. Ob politisch, ob gesellschaftlich, ob unternehmerisch, ob im Fußball, wo der Ex-Weiz-Kicker  immerhin der Austria duch sein Investment zwei Titel und vier Pokalsiege verschafft hat – Austri und Österreich haben profitiert, Frank aber wurde hinausgeekelt. Undank als der Welten Lohn. Oft im Leben…

Er feiert trotzdem seinen 94er in der alten Heimat, auch wenn sie ihn mehr oder weniger als skurrilen Außenseiter eher vertschüsst hat. Die 150 geladenen Gäste, darunter seine Geschäftspartner Sigi Wolf, Peter Westenthaler und Ulla Weigerstorfer, Schönheitschirurg Worseg, Opernsänger Sebastian Holecek, und  sein langjähriger Tennisparter, der Fußball-Weltstar Franz Hasil mit Frau Heidi hingegen wissen, was sie an ihm haben. Was wünscht sich Frank als Grabinschrift schon jetzt trotz der vielen Jahre, die er noch zu leben gedenkt: „Frank Stronach, ein Mensch.“ Ich hab´s im Vorjahr in Toronto erlebt, als er  mich, Frau, Tochter und Tennis-Legende Kary mit Susi ohne Vorankündigug verwöhnte. Bin nur gespannt, wie das Echo sein wird, wenn über den 94jährige das Urteil im Prozess wegen sexueller Übergriffe fällt…

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