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Zurück zum Sieg auf Pisten – nicht nur im Kart!

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Zwar gab´s 30 Krügel im Schatten, also Hochsommer, nichtsdestotrotz lud Baustoff & Metall-Boss Wolfgang Kristinus sein altes, neues Skimädchen-Trio (Nici Schmidhofer, Ramona Siebenhofer, Michaela Heider) als vorweggenommenes Winter-Opening zur alljährlichen Pressekonferenz. Nicht wie vorgesehen nach Liesing, sondern der Orange-Ampel in Wien und dem geplanten Zermatt-Training der Skisterne in der vorgewarnten Schweiz wegen notgedrungen in die Kart-Halle des noch grünen Kottingbrunn. Eine Blitz-Aktion, auf die Siebenhofer auch gefasst ist, wenn der nächste Rennwinter tatsächlich kommt, für sie schon beim Sölden-Weltcup im Riesenslalom (17. Oktober). „Es kann sich ja“, meinte die Steirerin aus Krakauebene, „von einem Tag zum anderen, von Stunde zu Stunde, was ändern, wenn irgendwer positiv getestet wird. Und darauf musst du vorbereitet sein!“

Bei ihr wird´s sicher sein besser als im 5-Minuten-Kart-Race, in dem ihr die (Ex-)weltmeisterliche Nachbarin Schmidhofer als kleine, große Speed-Queen wie immer im Mini-Rennwagen den Auspuff zeigte. „Stimmt – ich hab  den Wanderpokal als goldene Kart-Schnecke. Aber gewinnen will ich ja nicht jetzt, sondern im Winter auf Pisten!“ Siebenhofer will spätestens beim Speed-Comeback in St. Moritz (statt Lake Louise geplant) auf die Siegesstraße zurückkehren. Voller Zuversicht, weil sie aus der verpatzten vergangenen Saison die richtigen Konsequenzen gezogen hat. „Ich habe das mit meinem Arzt analysiert, der erkannt hat, dass ich eine Grippe verschleppt hab´ statt sie auszukurieren.“ Nachsatz: „Aber ich krieg ja gleich ein schlechtes Gewissen, wenn ich einmal nicht zehn Minuten am Tag am Radl sitz  …“ Darum war für Ramona der Lockdown eigentlich ein Geschenk des Himmels, „weil ich nichts gemacht hab bis Mai.“ Jetzt ist sie wieder pumperl g´sund, renn- und siegeshungrig, wenn´s um Ski geht…

Auch bei Nici spielte ein grippaler Infekt („Aber kein Corona“) samt fehlenden Einstellung auf weiche Pisten eine  Hauptrolle, dass sie nach dem Siegesstart in Kanada nicht hielt, was sie versprochen hatte. „Da fängst zum Nachdenken an, was alles falsch ist – und Zeit, mich zu erholen, hab´ ich mir auch keine gegeben!“ Der Ehrgeiz von Rennpferden kann manchmal halt kontraproduktiv sein. Covid19 und die (Verbots-)Folgen haben Schmidhofer übrigens den geplanten Südafrika-Urlaub in Kapstadt und an der Südküste gekostet. Was das Gletscher-Skitraining betraf, ließ sich die Super-G-Weltmeisterin von St. Moritz 2017 allerdings nicht aus der Bahn werfen. „Ich denk´ nicht an Absagen und Verschiebungen, ich denk nur daran, dass ich bereit bin, wenn die erste Abfahrt ruft!“ Schließlich hat Nici im Gegensatz zum Super-G-Gold mit der Corviliga noch eine Rechnung offen. „In der Abfahrt war ich bisher dort nie besser als 18.  und 19. Aber so war´s ja auch in Lake Louise jahrelang – und dann hab´ ich dreimal dort g´wonnen!“ Einmal mehr als die steirische Nachbarin Ramona so nebenbei.

Stichwort St. Moritz. Aus fatalen Sturz-Gründen muss sich Baustoff & Metall-Neuling Heider mit der WM-Strecke 2017 versöhnen, von der sie brutal abgeworfen worden war. „Ich hab´ Glück im Unglück gehabt“, gesteht Michi, die nur sechs Wochen nach dem Horror-Abflug ein Comeback feierte. Gelobt sei, was hart macht. Inzwischen fühlt sie sich in der WC-Gruppe unter dem Vorarlberger Christoph Alster, selbst Ex-Abfahrer, sehr wohl. Und orientiert sich ebendort auch an der „pfeilschnellen“ Nina Ortlieb, Tochter von Golden Boy Patrick aus Lech, Himmelsstürmerin des vergangenen Winters. Nach den Sternen, so die Steirerin aus Gaal neben dem RdBull-Ring, werde sie aber kaum greifen können. „Mein Ziel ist es, mich unter den Top 15 bis Top 10 zu etablieren, ich lass mich aber gerne überraschen, wenn´s besser läuft …“ Auch besser als im Kart, in dem sie nur dritte Geige im Speed-Trio spielte.

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