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1:1 im Daviscup gegen Belgien oder: Wie zweimal ein Game das Match drehte

Der erste Tag des Duells mit Belgien auf dem eigens installierten, gut besuchten Center Court auf der WAC-Anlage im Prater hat nicht nur bestätigt, dass nicht nur der reformierte Schmalspur-Daviscup seine eigenen Gesetze hat, sondern auch Tennis im Besonderen als oft teuflischer Sport. Auch wenn es absurd klingen mag, so stimmt es nichtsdestotrotz, dass ein einziges Game ein ganzes Match drehen kann. Wer weiß, ob der mit Jurij-Chören angefeuerte Rodionov das Eröffungseinzel gegen Außenseiter Gauthier Onclin schlussendlich klar mit 6:4, 6:1 gewonnen hätte, wären dem offenbar mental überforderten Belgier im 9. Game des 1. Satzes bei 4:4 nicht zwei Breakbälle vom Schläger und dabei das Herz in die Hose gerutscht, wer weiß …?

Wie mit den Toren, die man kriegt, weil man sie davor nicht geschossen hat, so verhält es sich in Tennis mit Breaks, die man kassiert, wenn man sie davor selbst verschustert. Womit sich, wie man heutzutage sagt, das Momentum vor allem dann auf die Gegenseite schlägt, wen dort ein favorisierter, routinierterer, rundum besserer Spieler die Gunst des Moments nützt, die einerseits ver- bzw. andererseits geschenkte Chance beim Schopf packt, um eine Metamorphose einzuleiten.

Genau das ist dann im zweiten Single passiert, als beim Underdog Lukas Neumayer gegen die von ihm bis dahin total dominierte Nummer 33 der Welt, Zizou Bergs, bei 6:2, 2:0, Break vor mit dem Aufschlagverlust zum 2:2 der Faden riss. Mit einem Schlag war der vermeintlich Geschlagene wieder der Favorit, der das Gesetz des Handelns dank seiner höheren Klasse bestimmte. Damit als 2:6, 6:4, 6:2-Sieger den 1:1-Gleichstand nach dem ersten Tag des Play-Off-Duells um die Qualifikation für das Final 8 in Bologna herstellte.

Das Samstag-Mittagdoppel könnte schon für eine Vorentscheidung sorgen, wobei Lucas Miedler und Neuling Neil Oberleitner seit Future-Zeiten im Gegensatz zum belgischen Duo Gille-Vliegen, jahrelang Weltklasse, nie mehr miteinander auf ATP-Ebene gespielt haben. Man darf  gespannt sein auf die sportliche Antwort auf die Gretchenfrage, die da lautet: Gelungenes Wagnis oder gescheitertes Experiment? Verantworten muss es der Sportdirektor und Daviscup-Captain in Personalunion.  

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