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Fussball

Zum tragischen Tod des früheren Torjägers Gerhard Rodax

Es war eine Meldung, die einen erschüttert, zumindest betroffen gemacht hat. Gerhard Rodax, einst Goalgetter bei Admira-Wacker (84 Tore in 192 Spielen), danach bei Atletico Madrid, auch bei der Italien-WM 1990 dabei, kam nur 57jährig unter dramatischen Umständen ums Leben – auf einem Bahnübergang von einem Zug erfasst! Der Lok-Lenker hatte, so wird berichtet, keine Chance mehr, den Zug zu bremsen. Nur ein Unfall oder steckte, wie sich aus manch Berichten herauslesen ließe, mehr dahinter angesichts der schweren Krankheit, unter der Rodax schon seit längeren gelitten hatte? Wir werden es wohl kaum erfahren, was wirklich geschehen ist.

Was für den Fußball-, Sport- und vor allem Tennisfan bleibt, das ist der Blick zurück auf einen Stürmer, der schon damals wie geschaffen war für einen Torjäger einer Mannschaft, die das Umschaltspiel gegen den Ball, ehedem bescheiden Konterfußball tituliert, höchst effizient beherrschte.  Das traumhafte Siegestor, das er im WM-Test 1990 in einem seltsamen Spiel in Malaga zum 3:2 für Österreich gegen Spanien erzielte, öffnete ihm die Legionärs-Türe zu Atletico Madrid. Ein zweiter Krankl in Spanien wurde er zwar nicht, immerhin schoss er auch für den Real-Erzrivalen in Madrid neun Tore, immerhin wurde er an der Seite eines Topstars wie Bernd Schuster unter Startrainer Futre auch Vizemeister, ehe er damals über das Legionärslimit (2 Ausländer) stolperte – und von Rapid zurückgeholt wurde.


Er war erst 28, als er in Hütteldorf seine Karriere erstmals beendete und nach einem kurzen Gastspiel beim Stammverein Admira-Wacker dann als 30jähriger die zweite, kurze mit 11 torlosen Einsätzen. Danach zog der flinke Hirsch als vergleichsweise junger Hupfer einen endgültigen Schlussstrich unter die Fußballkarriere, um als Tennis-Freak mit Herrn Papa ein Tenniszentrum in Traiskirchen auf- und auszubauen, welches er bis zu seinem tragischen Ende betrieb.

Als Torjäger hat Rodax auch seine Spuren in den Annalen hinterlassen. 1989 wurde er als Schützenkönig auch zum Fußballer des Jahres gewählt, für die 35 Saisontore bekam er den Bronze-Schuh (hinter Stojtschkow und Sanchez, je 38). Und ganz wenige werden noch wissen, dass sein Tor zum 2:1 gegen die USA in Florenz 1990 bis heute das letzte Tor bei einem österreichischen WM-Sieg gewesen ist. Nach den beiden 0:1-Niederlagen gegen Italien und Tschechien (CSR) aber zu wenig, um ins Achtelfinale aufzusteigen.

R. I. P. Gerhard.

 

 

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