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Von Wolf, Golf und Gold-Gräfin

Emese Hunyady

Sie hat immerhin schon die Indian Open (2019) gewonnen, war Gesamtdritte der Ladies European Tour im Vorjahr, hat heuer einen zweiten Platz (Czech Open, Prag) auf dem Konto und ist Zwölfte im  LET-Order of Merit. Christine Wolf, 31, aus Innsbruck, die für den Olympia GC Igls abschlägt, ist zwar längst eine fixe Größe im internationalen Damen-Golf, in Österreich hingegen wird sie jenseits der Region Tirol medial so gut wie nicht wahrgenommen. Ja, nicht einmal im ORF-Teletext kommen sie und ihre Weggefährtinnen, die Sarah Schober (US-College-erprobt) und neuerdings Katharina Mühlbauer (2-fache Amateurmeisterin) heißen, selten bis gar nicht vor. Unbeachtet, also heimlich, still und leise, haben aber alle drei Damen zuletzt bei den Swiss Open vergangene Woche in Zug den Cut für den Finaltag geschafft, sich dann aber mit zu großem Mut zum allzu hohen Risiko selbst eingebremst. Fazit waren die Ränge 44 (Schober, LET-Debütantin Mühlbauer aus Regau, OÖ) und 57 (Wolf). Trost kam von einer „k. und k.“-Olympiasiegerin, die sich nicht zu schade war, als „Volunteer“ auch Speisen und Getränke zu servieren – von Eis-Gold-Gräfin Emese Hunyady, die in Zürich lebt, weil sie bei uns nicht gefragt war/ist.

Christine Wolf, in Zug ausnahmsweise mit ihrer Frau Mama statt Freund („Er ist kein Golfer!“) als Caddie unterwegs, hatte sich nach sechs Holes schon im Vormarsch Richtung Top 20 befunden, bis alles anders kam. Die Achterbahn von Zug, für die Tirolerin ein Deja Vu der British Open vor wenigen Wochen, als sie – den Cut trotz eines schwachen Starts schon vor den Augen – mit einem einzigen teuflischen Blackout an einem Loch alles verspielte, mit einem einzigen Schlag die Finalrunden verpasste. „Ja, das kann im Golf immer passieren“ verweist sie darauf, dass das sozusagen in den besten Familien vorkommt, sprich: selbst bei Allzeitgrößen wie bei einem Tiger Woods. „Er war immer mein größtes Vorbild!“ Nachsatz der auf seine privaten Turbulenzen anspielt: „Aber nur beim Golf …“


Für Wolf geht´s erst im Oktober mit einem von nur noch drei Turnieren der Ladies European Tour (Saudi Open, Dubai, Andalusien/November) weiter. Dabei hofft sie, nach dem kurzen Rückfall in der Schweiz jetzt wieder am Zug Richtung Top 10 zu sein, um sich auch mental für die US-Open, letztes Major-Turnier des Jahres und ihr persönliches finales Saison-Ziel, einstimmen zu können. „Ich bin schon qualifiziert, sie finden in Houston in Texas vom 10. Bis 14. Dezember statt“, verrät Wolf, die langjährige Erfahrung auf amerikanischen Golfkursen mitbringt. Eh klar, wenn man in Chattanooga, Tennessee, studiert und dort auch den Bachelor (Management) gemacht hat. „Die amerikanischen Plätze sind im Schnitt um 200 bis 400m länger als unsere Kurse. Darauf muss man sich einstellen!“ Wenn´s ihr gelingt, könnte sie sich buchstäblich schlag(zeilen)artig ins Visier der Medien befördern, die sie bisher als unbekannte Größe ignoriert haben. Alles nach dem Prinzip: Sag niemals nie.

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