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Doktor mit Tellerwäscher-Karriere und seine Team-Kette, die stets Sport-Karrieren rettet

Ich wende mich heute einem nur peripher und doch eng mit Sport(lerinnen) verbundenen Thema zu. Einer Person oder besser: einem Team, das sich jahrein, jahraus zu jeder Tag- und Nachtzeit um Diagnosen, Eingriffe und postoperative Rehabilitation auch und vor allem von Spitzensportlern kümmert. Das ist der Ruf, der dem Spital an der „Kettenbrücke“ in Innsbruck, wo ums Eck Inn und Sill zusammenfließen, vorauseilt und nachgesagt wird. Und der wieder ist eng mit einem Namen verbunden.

Ja, bei Gabl und Tirol denkt man an Skilauf, an die Arlberger Pepi Gabl und Gertrud Gabl, die Slalomartistin und Weltcupsiegerin, die mit einem.Skilehrer vom Arlberg unter einer Lawine begraben wurde. Und man denkt auch an den Meteorologen Karl Gabl, den Wetterfrosch aus Innsbruck. Da aber winkt Michael Gabl ab, der Chef des Sanatoriums Kettenbrücke der Barmherzigen Schwestern, erste Hilfe und letzte Rettung für viele Sportler und deren verlängerte Helferarme, die mit ihrem Kreuz über Kreuz waren. Wie so viele Olympiasieger, Weltmeister, Weltcup- und Streifsieger auch unser Kurt in allen Gassen, der Hauch von Schwejk namens Diplomingenieur Matz, langjähriger Rennchef von Kneissl, langjähriges Mädchen für alles im ÖSV. Nach Bandscheiben-OP´s endlich rekonvaleszent, aber unheilbar umtriebig. Sozusagen inoperabel aktiv und agil.


Mit anderen Gabls hat Doktor Michael nur den angenommenen Familiennamen gemeinsam. Der medizinische Herr über ein Top-Team von 150 Ärzten, dazu Pflegepersonal und Hebammen in der Geburtenklinik ist nämlich der Adoptivsohn „eines Gabl, der nichts mit den anderen genannten zu tun gehabt hat!“ Vom Michael Gabl könnte man sagen, dass er das gemacht hat, was die Amerikaner so schön die Tellerwäscher-Karriere nennen. Und das ist, weil sich das anbietet, alles andere denn an den Haaren herbeigezogen oder gar „frisiert“ wie Motoren.

Erst wollte Michael nämlich Friseur werden – und absolvierte auch eine Lehre. Dann machte er in der Doktor-Vodder-Akademie am Walchsee bei Kufstein seine Ausbildung zum Heilmasseur, der in dieser Zeit auch Kontakt zum kürzlich verstorbenen, bayrischen Kult-Physiotherapeuten und Komplementär-Mediziner Volker Müller pflegte. Erst als Twen begann Gabl sein Medizinstudium. Ein harter, langer Weg, der ihm half, bodenständig, volksverbunden und hilfsbereit zu bleiben. Und als Mann der Massage hatte er dann als Wirbelsäulenexperte sozusagen im kleinen Finger, warum es wann wo wie zwickt und zwackt, drückt und schmerzt. Nicht Friseur. Nicht Masseur. Aber als pragmatischer Akademiker ein Arzt, der als Freund und Helfer spürt, woran es krankt. Krankheitsfeind. Gesundheitspolizist. Jederzeit und überall.

 

Eine Eigenschaft, wenn nicht Qualität Gabls, die auch Andreas Puelacher hervorhebt, nicht nur Ex-Cheftrainer der ÖSV-Herren, der inzwischen bei den Deutschen gelandet ist, sondern auch persönlicher Freund des Familienvaters mit drei Kindern, einem Sohn und zwei Töchtern. Er betont über die medizinischen Fähigkeiten hinaus die altruistische Ader des Chefarztes. Ob Sonntag, Feiertag oder Ferien, wenn´s im übertragenen Sinne brennen würde, dann wäre Gabl da, „dann kommt er auch aus dem Urlaub, um zu helfen!“

Er selbst oder einer aus seiner Mannschaft. Teamgeist und Kettenbrücke sind eins, sozusagen miteinander optimal verkettet. Primus inter pares. Einer für alle, alle für einen. Im ganzen Spital, das es schon seit 120 Jahren gibt. Und im Wirbelsäulenzentrum, das von Dr. Gabl und Dr. Koller, zwei graden Micheln, im Jahre 2008 gegründet wurde. Und wo Gabl und Co mit der personell erweiterten „Eingreif-Truppe“ die Karrieren vieler Topathleten rettete, die nur noch an einem seidenen Faden hingen.

Dr. Gabl mit Patienten Landi und Mothl – und mit Geschäftsführer Mag. Schnöller und Magistra Andrea Greußing.

Wie vom Triple-Speed-Olympiasieger Matthias „Mothl“ Mayer. Wie von Kitz-Sieger und Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt. Wie von Skispringer Hayböck, der mit einer OP im vergangenen Winter die schmerzhafte Krise aufs Kreuz legte. Wie vom Ex-Gold- und Silber-Kombinierer und jetzigen Sportchef Super-Mario Stecher. Oder wie vom Biathleten Dominik Landertinger, Sensationsweltmeister 2009 in Korea (vor Sumann), dann am Rande der Aufgabe, „weil die Wirbelsäule durch den extremen Doppelstockeinsatz in Mitleidenschaft gezogen war. Ich hab mir selber net amoi mehr d´Schuchbandeln schnüren kennan!“ Nach einjähriger Therapie gab´s schweren Herzens oder letzter Chance nur noch die Alternative: Rücktritt oder Operation. Also legte sich Landi bei Gabl unters Messer – und nach Reha war er wieder auf dem Laufenden. Per Pedes. Und mit den Langlaufskiern. So gut wie einst in Korea.

Dort, wo er Weltmeister geworden war, gewann der schmerzbefreite Dominik noch einmal olympisches Einzel-Bronze. „Und die verdank ich dem Doktor Gabl – ohne ihn hätt´ ich keine Medaille mehr gewonnen!“ Und der für ihn über den „nicht immer g´sunden Spitzensport“ hinaus gehende, wichtigere Nachsatz lautet: „Jetzt ist´s nur noch ein Hobby, aber ich kann wieder schmerzfrei und problemlos gehen und langlaufen!“ Und darauf darf auch unser aller alter Freund Kurti Matz wieder hoffen, der´s als ungeduldiger Schwejk kaum erwarten kann, wieder herumrennen zu können.

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