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“Thiemstag” in Kitz im Zeichen des roten Bullen und speziellen Gänsehautfeelings

Nicht nur Wien, ganz Österreich ist anders. Auch wenn´s um Sport geht im Allgemeinen und Sportberichte im Besonderen. Da gehen die Uhren auch deshalb anders, weil und seit ein Dosen-Milliardär wie Didi Mateschitz kam, sah und Servus zu allem sagte, von dem er dachte und meist zu Recht hoffte, es würde sich auszahlen. Niemand kann ihm absprechen, dass er einen guten Riecher und ein goldenes Händchen hat, nicht nur geschäftlich, sondern auch sportlich, wobei man allenthalben die Frage aufwerfen darf, ob alles, was er forciert, auch noch zeitgemäß ist.

Jahrelang hat er sich mit seinem RedBull-Rennstall und den vielen Piloten, auch auf zwei Rädern, vom staatlichen Fernsehen sozusagen gratis bewerben lassen, ehe er selbst einen Teil der TV-Rechte erwarb – und damit den ORF nicht nur beim Heim-Grand-Prix in ein personell und finanziell aufwendiges „Duell“ mit seinem Privatsender trieb. Alle Achtung: Energieverschwendung auf kleinstem Raum vom Allerfeinsten in Zeiten wie diesen, in denen uns gedroht wird, den Gashahn abzudrehen und den Brotkorb höher zu hängen – und alles ohne Hauch eines heimischen Piloten, der in die Lenkradtasten eines Rindt, Lauda, Berger treten könnte!


Wer seinen Didi Mateschitz kennt, der wusste und weiß auch, dass er sich am Überschwang der Gender-Parität kaum oder gar nicht beteiligen würde, womit er das Feld ganz großzügig dem öffentlich-rechtlichen Staatsfunk überließ, der uns wieder mit euphorischen Jubelberichten unserer Euro-Fußballfrauen geradezu überschwemmte, den Eindruck erweckte, als wäre das Viertelfinale von 2022 (2 Siege, zwei Niederlagen, 3:3 Tore) noch weit besser als das Semifinal-Aus 2017 nach Elferschießen. Und es zudem sogar schaffte, den Einsatz einer Ösi-Linienrichterin, früher Outwachler, in den Weltnachrichten zu positionieren. Sapperlot!

Da musste und konnte Servus nicht nur mit der Formel 1 und Alonso-Liebelei von Servus-Dame Schlager kontern, er hatte und hat da ja auch noch Marcel Hirscher, nur noch roter Bulle ohne längst vergessenes Giebelkreuz. Und den  hat er jetzt mit Haut und Haar, Pardon: Van-Deer-Ski, Augment-Firma, Ex-Ski-Chef Toni Giger und dazu noch einigen nicht nur Auslandstars gekauft, die frisch, fröhlich und bedenkenlos (oder gar hintenrum) umgestiegen sind. Wer zahlt, schafft an. Und wer das Sagen hat, der bestimmt auch, wer wann wo was sagt im eigenen, privaten Fernsehen, das sich in vielen, auch Diskussions-Bereichen, nicht vorm ORF verstecken muss, den der Steuerzahler finanziert.

Womit wir zurückkommen auf den nächsten Trumpf, den Didi und Servus nach langer Pause endlich doch wieder als Ass aus dem Ärmel ziehen konnten. Es geht natürlich auch um Dominic Thiem, den Mohikaner als Topstar des Tennisturniers in Kitzbühel. Ja, wäre nicht RedBull, würde Servus die Rückkehr des fast schon verlorenen und nun doch noch wiedergewonnenen Sohnes nicht so dramatisch-bombastisch inszenieren, als hätte er gerade seinen zweiten Grand-Slam gewonnen! Ja, da hat sich Servus nicht lumpen lassen, um Gänsehautfeeling zu suggerieren und zu erzeugen, auch wenn´s nach dem verlorenen Semifinale von Gstaad gegen einen Ex-Wimbledonfinalisten wie Berrettini nicht mehr als ein Erstrunden-Pflichtsieg gegen einen an sich nicht qualifizierten sogenannten Lucky Loser namens Shevchenko war. Auch Schweini, der Schweinsteiger, Ehemann von Ex-Paris-Siegerin Ana Ivanovic, jubelte mit.

Und wenn´s darum geht, sich nicht lumpen zu lassen, dann bewies der Kitz-Turnierdirektor seine stark ausgeprägte Corporate Identity, indem er bei seinem eigenen Event einfach frank und frei, frisch und fröhlich seine übliche Servus-Rolle als TV-Experte und Co-Kommentator spielte und das wahre “Hammerduell” von Thiem vs. Ofner ankündigen ließ. Na, in die eigene Suppe wird er spucken, oder? Ja, auch angesichts dessen könnte man Gänsehautfeeling bekommen, was mittlerweile in diesem Land alles ungeniert möglich geworden ist. Österreich ist anders. Auch im Sport. Auch im Tennis. Nichtdestotrotz ist Kitzbühel zu wünschen, dass Dominic unter Horn und Hahnenkamm dem Comeback die Krone aufsetzt, von der auch der gleichnamige Medienpartner des Turniers träumt…

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