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Ob unser Fußballteam, ob skandalisierte Katar-WM – halb voll bleibt halb leer

Halb voll oder halb leer, das ist bekanntlich eine höchst akademische Frage der persönlichen Perspektive. Abgesehen davon, dass unser aller Arnie das Fußballteam mit einem seiner Geniestreiche vor einer Blamage bewahrt hat, war die sportliche Essenz zwar nicht ganz so leer wie das gähnend leere Stadion in Malaga, aber auch weit entfernt von halber Fülle, um auf diese Relation zurückzukommen. Und natürlich stimmt es, dass die Amateure und Halbprofis aus dem Kleinstaat der Fußballzwerge sich von allem Anfang darauf konzentriert hatten, einen Verteidigungswall aufzubauen, Tore zu verhindern, Zeit zu schinden und auf ein Sensationsresultat zu spielen.

Aber das, werter Teamchef Ralf Rangnick, war ja schon lange vor dem Anpfiff klar gewesen und daher eine Strategie gefordert, die – schau, schau, dass es das auch noch gibt! – auf ein konstruktives Spiel mit und nicht gegen den Ball aufgebaut hätte sein müssen, und weniger auf ein fruchtloses Tiki-Taka-Klein-Klein, das inzwischen ja nicht einmal mehr die katalanischen und spanischen Erfinder beherrschen. Ob diese doch sehr große Qualität die nur in bescheidenem Maße von Rangnick in Malaga eingesetzten Nach-Nachfolger der aktuellen Top-Generation überhaupt besitzen und/oder irgendwann ausspielen können, wage ich eher zu bezweifeln als zu prophezeien, auch wenn frei nach dem Volksmund die Hoffnung erst zuletzt stirbt.


Einerlei. Wenn es am Sonntag nur zwei Stunden nach dem Ankick zur umstrittenen Katar-WM im Happel-Stadion gegen den regierenden Europameister und mehrfachen Exweltmeister Italien geht, ist dann eher wieder nur das Spiel gegen den Ball gefragt, da ja die Azzurri-Stars mittlerweile nicht mehr auf Catenaccio, sondern auf Offensive setzen. Und da bin ich schon gespannt, ob die mehr oder weniger jungen oder alten Rangnick-Jünger die nur in den Anfängen seiner bisher nicht gerade berauschenden Ära gegen einen Gegner von Großformat jene Weiterentwicklung an den (Sonn)Tag legen, von der gegen die Zwerge in Malaga bestenfalls Spurenelemente zu erkennen waren.

Aber wie erwähnt, so stirbt die Hoffnung zuletzt und darum sollte man auch niemals nie sagen. Was für den Trend unseres Fußballteams unter Rangnick ebenso gilt wie für die Fußball-WM, die selbstredend pünktlich angepfiffen wird, da können die ziemlich verspäteten Unken- und Boykottrufer noch so laut protestieren und schreien: Haltet die Diebe! Aber anders als Debatten um Rangnick und sein Team, das in die Winterpause geht, wird uns zum täglichen mehr oder weniger attraktiven Fußball dieses inzwischen leidige Katar-Thema in den nächsten Wochen ganz sicher weiter begleiten, ohne dass sich im WM-Lande etwas ändert. Wetten, dass dort alles beim alten bleibt, aus welcher Perspektive immer es betrachtet: Halb voll bleibt halb leer!

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