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EM-Hoffnung Giefing: Objekt der Begierde für Trainer-Ikone schwört Südstadt die Treue

Das Gespräch fand ttelefonisch im familiären bis Firmen-Keller im  Burgenland statt. Aber Christian Giefing, erst 18, ist sportlich alles andere denn ein „Kellerkind“. Ganz  im Gegenteil. Christian löst die Versprechen ein, die sein vier Jahre älterer Bruder Sebastian einst abgegeben hatte, ehe ihn Rückenprobleme zum Rückzug aus dem Leistungs-Schwimmsport zwangen. Der eine war  einmal, der jüngere Giefing ist ein Vorzugsschüler des ungarischen Südstadt-Trainers Balazs Fehervari, dem der Junioren-Europameister 2025 (200m Kraul, Samorin bei Bratislava) und heurige Bronzemedaillen-Gewinner (400m Kraul, München) nach zwei vierten Plätzen (200m Kraul, 200m Lagen) bis zu Olympia 2028 in Los Angeles die Treue halten will, es sei denn …

Kein Lippenbekenntnis, weil Christian Giefing weiß, was er an Fehervari hat, bei dem er sich dem harten Trainings-Regime der Ungarn unterzog, das erst auf  Ausdauer und Technik schaut, ehe es sich dem Sprint zuwendet. Wie jetzt im Countdown zu den ersten großen Europameisterschaften für Christian nach einer Kurzbahn-EM, EYOF- und drei Junioren-EM´s. Und für ihn auch zu einer anderen Premiere, zu der er morgen mit dem Medaillenkandidaten Luka Mladenovic, US-Legionär in Texas, abfliegt. In Abwandlung des Udo-Jürgens-Musicals kann Giefing nämlich sagen: „Ich war noch niemals in Paris!“ Gut möglich, dass er sich quasi auf den ersten  Blick in die Olympiastadt 2024 verliebt …

Giefing, der über 100, 200, 400 Kraul, 50m Butterfly und 200m Lagen an den Start geht, ist alles andere denn ein Großmaul, sondern Realist, der weiß, was er drauf hat, aber etablierte Stars erst recht können. Also setzt er sich auch realistische Ziele. „Ich möchte ins Semifinale …“ Und träumt insgeheim von einem Finale über 200m oder 400m Kraul, in dem er auf sein großes Vorbild treffen würde, den rumänischen Ex-Weltrekordler David Popovici. Er bewundert den 22jährigen, einstigen Wunderknaben („Gleich alt wie mein Bruder“) nicht nur als Kraul-Koryphäe. sondern auch dessen mentaler Stärle und menschlicher Größe wegen. Ein Vorbild, dem Christian, Sohn einer burgenländischen Sportler-Familie, die aus diversen Gründen bei Stockerau 2000 andockte, nacheifern möchte.

Zu ihm schaut er auf, obschon er selbst von Trainer- und Schwimm-Ikonen aus dem Ausland ins Aug gefasst wurde. Zum einen von der Magdeburger Gold-Riege um Olympiasieger Lukas Maertens, zum anderen von keinem geringeren als Bob Bowman, dem legendären Schwimm-Vater des olympischen und WM-Rekordlers Michael Phelps und dessen Nachfolger als Mehrfach-Olympiasieger, dem Franzosen Leon Marchant. „Es war bei der Junioren-EM in Samorin, ich hab´s erst mitbekommen, als ich die SMS am Handy gecheckt und gesehen hab, dass er mich gern in seinem Team haben würde…“ Mehr als nur eine Ehre…

Vorerst aber bleibt alles Konjunktiv, weil er  Fehervari treu bleiben will, auch wenn er  und der Herr Papa, ein Elektro-Unternehmer nahe der ungarischen  Grenze, viel Herzblut und (Fahr) Zeit von daheim in die Südstadt und retour investieren müssen. Vorerst geht´s darum, sich in Paris zu verlieben,  der ersten Zwischenstation vor der nächsten, der WM 2027  in Budapest, auf dem Weg nach Los Angeles zu Olympia. Der Weg ist das Ziel, um die Endstation Sehnsucht zu erreichen, die Medaille heißt….

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